Verschiedene Interessen spalten die Mitglieder des Peugeot-Partnerverbandes

Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Christoph Baeuchle

Im Peugeot-Partnerverband geht es derzeit hoch her. Auf der Mitgliederversammlung richtete sich die Kritik weniger gegen den Importeur als gegen die Verbandsführung. Insbesondere große Händler zweifeln an ihrer Interessenvertretung.

Firma zum Thema

(Foto: PSA Deutschland)

Personell und strukturell müssen die Peugeot-Partner seit einigen Jahren viel aushalten. Dass Jahresversammlungen des Verbands der Peugeot-Partner Deutschlands (VPPD) zuletzt etwas turbulenter ausfielen, ist vor diesem Hintergrund nicht verwunderlich. In diesem Jahr richtete sich der Ärger der Partner aber nicht in erster Linie gegen das Fabrikat, sondern gegen den Verband selbst.

Auf der VPPD-Mitgliederversammlung am 20./21. November in Schweinfurt, die unter Ausschluss der Presse stattfand, trat der Konflikt offen zu Tage. Einige große Händler der Löwenmarke sehen den Verband auf dem falschen Weg und sich in der Organisation nicht richtig repräsentiert. Laut Teilnehmern der Veranstaltung ging die Kritik soweit, dass sogar eine neue Führungsspitze beantragt wurde. Es blieb dann allerdings alles beim Alten.

Bildergalerie

„In Vereinsangelegenheiten gibt es immer wieder mal unterschiedliche Interessen und Standpunkte, das ist in heterogenen Netzen wie dem unseren, aber auch in anderen Fabrikatsverbänden nicht ungewöhnlich“, teilte der VPPD mit. Das gelte umso mehr im Zusammenhang mit Beitragsangelegenheiten, die bekanntermaßen ein sehr emotionales Thema sind. Darüber sei lebhaft diskutiert worden.

Am Ende haben die Mitglieder der Beitragserhöhung zugestimmt. „Wir sehen darin auch einen klaren Vertrauensbeweis in Bezug auf unsere weitere Arbeit zum Wohle der Peugeot-Partner“, ergänzte der VPPD.

Große Händler suchen Gespräch mit Importeur

Dies dürfte die Gruppe der großen Händler wohl kaum so sehen. Sie kritisierten, dass im internen Teil der Veranstaltung mittags nur 56 stimmberechtige Partner anwesend waren, in der Mehrzahl Servicepartner. Bis zum Abend habe sich die Zahl in etwa verdoppelt.

Die großen Partner suchen nun ihren eigenen Weg. Nach Informationen von »kfz-betrieb« wollen sie sich noch vor Weihnachten mit dem neuen Peugeot-Geschäftsführer Steffen Raschig treffen.

Dessen Vorstellung geriet bei der Veranstaltung dann wohl fast zur Nebensache. Viel sagen konnte der neue Peugeot-Geschäftsführer, der gerade einmal eine Woche im Amt war, ohnehin nicht. Auch zum Streit im Händlerverband wollte er sich auf Anfrage von »kfz-betrieb« nicht äußern.

Doch sein erster Schritt scheint gelungen. Bei den Händlern kamen sein Erscheinen auf der Mitgliederversammlung und seine kurze Ansprache gut an. Der Importeur scheint aus den Erfahrungen gelernt zu haben: Sein Vor-Vorgänger Benno Gaessler sorgte vor zwölf Monaten kurz nach seinem Amtsantritt mit seinem Fernbleiben für Missstimmung.

(ID:45022220)