Fahrzeugschäden Versicherer erwarten deutlich weniger Unfälle

Autor / Redakteur: dpa / Lena Sattler

Die Anzahl der Unfälle auf Deutschlands Straßen wird sich nach Einschätzung der Versicherungswirtschaft in den kommenden Jahren stark reduzieren – und damit auch das Reparaturvolumen für Werkstätten. Grund dafür sind die Assistenzsysteme. Jedoch bleibt ein Umsatztreiber.

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Bereits jetzt gibt es bei Fahrzeugen mit Assistenzsystemen um die 20 Prozent weniger Schäden.
Bereits jetzt gibt es bei Fahrzeugen mit Assistenzsystemen um die 20 Prozent weniger Schäden.
(Bild: Mercedes-Benz)

Die deutschen Versicherer erwarten in den nächsten 20 Jahren einen deutlichen Rückgang der Autounfälle. Grund dafür ist die zunehmende Verbreitung von Assistenzsystemen in Fahrzeugen. In der Kfz-Haftpflicht rechnet der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bis 2040 im Vergleich zu 2019 mit 20 bis 30 Prozent weniger Unfällen.

Der Schadenaufwand könnte laut einer neuen Prognose des GDV um 19 bis 25 Prozent sinken. Gegenzurechnen seien allerdings vier bis sechs Prozent höhere Reparaturkosten. Das führe unterm Strich zu „zwölf bis 21 Prozent weniger Entschädigungsleistungen der Kfz-Versicherer“, heißt es beim GDV.

Teurere Reparaturen

Den größten Effekt auf die sich verringernden Kfz-Haftpflichtschäden haben demnach Notbremsassistenten sowie Park- und Rangierassistenten. Die finanziellen Auswirkungen werden laut GDV aber zunächst überschaubar sein.

„Die neuen Assistenzsysteme machen das Autofahren zwar sicherer, sie verbreiten sich aber nur langsam und machen Reparaturen im Schadenfall teurer“, sagte Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.

Bereits jetzt haben Assistenzsysteme einen messbaren Effekt auf die Zahl der Schäden. „Wir beobachten, dass es bei Fahrzeugen mit Assistenzsystemen um die 20 Prozent weniger Schäden gibt“, sagte Jörg Rheinländer, Vorstandsmitglied beim Marktführer HUK Coburg.

Einfachere Reparaturen von E-Autos

Abgesehen von der Robotik im Auto ist der zweite große Trend der Sprung vom Verbrennungs- zum Elektromotor. Derzeit sind Elektroautos nach einer Analyse der Allianz noch teurer zu reparieren als herkömmliche Fahrzeuge. Das liegt unter anderem daran, dass vielen Werkstätten die Qualifikation fehlt.

Doch auch das wird sich nach Überzeugung der auf Versicherungsmathematik spezialisierten Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) ändern. „Elektroautos werden mittel- und langfristig günstiger sein als Autos mit Verbrennungsmotoren“, sagte Geschäftsführer Onnen Siems. „Grundsätzlich sind Autos mit elektrischen Antrieben deutlich einfacher – und somit auch günstiger – konstruiert als Verbrenner mit Hightech-Motoren, Getrieben und Abgasreinigungssystemen.“

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