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Vertriebs-Award 2011: Hermann überzeugt preissensible Kunden

Autor / Redakteur: Wolfgang Michel / Wolfgang Michel

Mit 174 Beschäftigten, darunter drei findige Geschäftsführer, hat es das Northeimer Autohaus, das die Marken Renault, Peugeot, Nissan, Dacia und Ford im Angebot hat, bis an die Spitze der »kfz-betrieb«-Branchenpreises geschafft.

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Das Autohaus Hermann ist in und um Northeim seit vielen Jahren äußerst kreativ und zudem wirtschaftlich sehr erfolgreich unterwegs.
Das Autohaus Hermann ist in und um Northeim seit vielen Jahren äußerst kreativ und zudem wirtschaftlich sehr erfolgreich unterwegs.
( Archiv: Vogel Business Media )

Bereits lang vor der Ankunft im Northeimer Autohaus Hermann werden die Autofahrer auf das „Haus der Automobile“ aufmerksam. Denn kurz nach der Autobahnausfahrt befindet sich das erste Renault-Modell auf einem mit Werbung verkleideten Überseecontainer. Nachts ist der automobile Werbekubus zudem gut beleuchtet. Der nächste so gestaltete Werbekubus steht dann direkt am Autohaus.

Auf der B3 fahren täglich rund 17.000 Autofahrer daran vorbei. Für die Männer des hauseigenen ADAC-Abschleppdienstes ist es ein Leichtes, die präsentierten Fahrzeuge je nach Bedarf auszutauschen. Um aufzufallen, stellen die Hermänner nicht nur Autos auf Überseecontainer, sie legen auch mal ein paar Neuwagen auf die Seite. Dann nämlich, wenn sie den Menschen in der Region klarmachen wollen, dass in ihrem Autohaus gerade die Autopreise kippen. Als Unterlage dient ein großer Schaumstoffkeil, den sich das Autohaus von der benachbarten Matratzenfabrik passend zuschneiden lässt.

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Das Marketingbudget liegt bei rund einem Prozent des Unternehmensumsatzes. Das reicht aus, da die Zeitungswerbung im Gebiet eher preiswert ist und viele der Ideen aus der eigenen Marketingabteilung beziehungsweise vom Chef selbst kommen. Natürlich kommt man auch in Northeim nicht ganz ohne Agentur aus.

Hilfreiche Ideen der Mitarbeiter

Es sind aber nicht nur die vielen kleinen und großen gut umgesetzten Marketingideen, die den langjährigen Erfolg des Mehrmarkenautohauses garantieren – neben Renault hat das Unternehmen noch die Fabrikate Peugeot, Nissan, Dacia und Ford im Angebot. Es sind vor allem die Mitarbeiter. Deren Durchschnittsalter liegt bei 37,6 Jahren. Zwischen 10 und 15 Auszubildende gehören ständig dazu, ebenso 24 geringfügig Beschäftigte, die speziell am Wochenende und nachts mit den ADAC-Fahrzeugen ausrücken. Ferner übernehmen die 400-Euro-Kräfte – vom Frührentner bis zum Schüler und Studenten – ab Samstagnachmittag und am Sonntag den Dienst im Ausstellungsraum. Alle gehören sie zur 174 Köpfe zählenden Hermann-Autohaus-Familie.

Verantwortlich für den wirtschaftlichen Erfolg des Betriebs sind die drei Geschäftsführer Wolfgang Hermann, Margret Ulma und Michael Zimbal. Inhaber Wolfgang Hermann hat seine Geschäftsführerkollegen bereits vor sechs Jahren mit rund zehn Prozent am Unternehmen beteiligt. Die Verantwortlichkeiten sind klar geregelt: Margret Ulma kümmert sich um die Finanzen, Wolfgang Hermann managt die Bereiche Personal, Marketing und Gebrauchtwagen, Michael Zimbal verantwortet Vertrieb und Service. Mit dieser Aufgabenteilung ist das Dreigestirn seit Jahren sehr erfolgreich unterwegs.

Wirtschaftsgipfel im Autohaus

Alle für das gesamte Unternehmen relevanten Entscheidungen treffen sie gemeinsam. So war das auch beim Wirtschaftsgipfel im Autohaus. Mitte März luden das niedersächsische Wirtschaftsministerium und die landeseigene N-Bank dazu ein. Letztere ist unter anderem für die Vermittlung von Fördergeldern von Land, Bund und EU zuständig. 250 Unternehmer und Kommunalvertreter fanden sich am Abend in der Ausstellungshalle im Autohaus Hermann ein. Diese war leergeräumt und zur Veranstaltungslocation umfunktioniert worden.

Referiert wurde über Verkehr, Wirtschaft und Finanzen. Die Gäste, mehrheitlich Fahrer von Fremdfabrikaten, sind seitdem alle namentlich bekannt. Und das Autohaus Hermann durfte seine gewerblichen Kunden ebenfalls einladen. Bezahlt hat den Abend die Niedersachsenbank. „Außer unserem Personaleinsatz war die Veranstaltung für uns kostenfrei“, sagt Wolfgang Hermann. „Und alle glaubten natürlich, dass wir das alles bezahlt hätten. Wir haben niemandem gesagt, dass wir’s nicht bezahlt haben“, merkt er schmunzelnd an.

Apropos bezahlen: Auch der örtliche Stromversorger tut das bei Hermann. Er übernimmt 50 Prozent der Kosten für die neue Stromtankstelle. Diese entsteht derzeit direkt zwischen Autohaus und B3. Genau zum richtigen Zeitpunkt: Schließlich rücken die ersten Elektrofahrzeuge von Renault und Peugeot schon an.

Auf Seite 2: Wie Hermann Marketing betreibt

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