Verzicht auf „Dickschiffe“ in Europa notwendig

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Grimm

Schwere und raumgreifende Auto-Modelle werden aus Sicht des Auto-Professors Ferdinand Dudenhöffer auch in Zeiten wieder steigender Auto-Akzeptanz zur Belastung für deren Hersteller. Sie sollten die Dickschiffe zumindest in Europa vom Markt nehmen.

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SUV und Geländewagen sind in Regionen mit viel Platz unproblematisch, in den engen Straßen von Großstädten sinkt dagegen die Akzeptanz.
SUV und Geländewagen sind in Regionen mit viel Platz unproblematisch, in den engen Straßen von Großstädten sinkt dagegen die Akzeptanz.
(Bild: VW)

Die generelle Kritik am Auto hat in Zeiten der Corona-Pandemie deutlich nachgelassen. Doch das muss nicht zwingend die Akzeptanz der besonders schweren und großen Autos verbessern. Im Gegenteil: Deren wachsende Zahl könnte nach Einschätzung des Auto-Experten Ferdinand Dudenhöffer zu Akzeptanz-Problemen für die Hersteller führen. Besonders in den Städten fühlten sich viele Menschen bedroht, und gerade die besonders großen Modelle führten zu Diskussionen mit Radfahrern, Eltern und anderen Bürgern.

Laut einer Auswertung der Zulassungszahlen wurden im vergangenen Jahr 227.000 Personenwagen mit einem Leergewicht oberhalb von 2.000 Kilogramm zugelassen, wie der Leiter des privaten CAR-Instituts berichtete. Knapp die Hälfte davon seien SUV-„Dickschiffe“ wie der BMW X7, Land Rover, Mercedes GLS oder Audi Q8.

Dudenhöffer verwies auf Frankreich, wo eine Extra-Kfz-Steuer für besonders schwere Autos oberhalb von 1.800 Kilogramm geplant ist. Ähnliches drohe den Herstellern auch in Deutschland und anderen Staaten, falls sie nicht umsteuerten. Der emeritierte Professor empfahl den Herstellern auch angesichts drohender CO2-Strafzahlungen und Imageschäden den Verzicht.

„Wenn in Märkten wie USA oder China die Dickschiffe boomen und glänzende Gewinne einspielen, sollte man nicht leichtfertig diese Fahrzeuge in die engen europäischen Großstädte bringen.“ Er prognostizierte, dass es Premiumkäufer zunehmend schwerer fallen werde, sich Marken-Produkte zu kaufen, die mit gesellschaftlichen Akzeptanzproblemen verbunden sind.

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