Viel Trubel und wenig Aussteller in Essen

Die Essen Motor Show leidet unter den Absagen vieler Autohersteller und Tuner

01.12.2009 | Autor: Jan Rosenow

Rund 105.000 besucher strömten am ersten Messewochenende auf die Essen Motor Show.
Rund 105.000 besucher strömten am ersten Messewochenende auf die Essen Motor Show.

Zuerst die gute Nachricht: Rund 105.000 Besucher am ersten Wochenende zeigten, dass die Tuning- und Motorsportfans der Essen Motor Show die Treue halten. Auch wenn die Gesamtzahl des Vorjahrs von rund 350.000 in diesem Jahr wohl nicht erreicht wird, bleibt die Traditionsveranstaltung weiterhin die zweitgrößte Automobilmesse in Deutschland.

Mit rund 500 Ausstellern verzeichneten die Veranstalter nach eigenen Aussagen einen Rückgang von zehn Prozent zum Vorjahr. Das klingt wenig, allerdings befinden sich unter den Fernbleibern praktisch alle Automobilhersteller und die mit ihnen verbundenen Tuner. Auch mehrere Reifenhersteller bliesen in diesem Jahr ihren Messeauftritt ab.

Die Halle 3, die in den letzten Jahren Treffpunkt der Autoindustrie war, ist deshalb geschlossen. Nur Skoda und die Fiat-Marken Alfa Romeo und Abarth sowie die Reifenhersteller Hankook und Vredestein sind diesmal in Essen dabei.

Insgesamt beträgt die Ausstellungsfläche laut Messeleitung noch rund 90.000 Quadratmeter. Traditionell nehmen Sonderausstellungen einen bedeutenden Teil dieser Fläche ein – in diesem Jahr gibt es eine Lotus-Ausstellung, die Sonderschau „Mythos Ferrari“, Designstudien, Hot Rods und Custom Bikes zu sehen.

Zurück zu den Wurzeln

Wenig überraschend versucht die Messeleitung um den neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung Frank Thorwirth, den Wandel in der Ausstellerlandschaft als „Neuausrichtung des Konzepts“ zu verkaufen. Die Essen Motor Show will sich wieder auf ihre Anfänge als „Internationale Sport- und Rennwagenausstellung“ besinnen. Laut Geschäftsführer Egon Galinnis sieht das neue Konzept die Schwerpunkte Motorsport, Tuning, sportliche Serienfahrzeuge und Classic Cars vor – doch das entspricht weitgehend dem Programm, das die Essen Motor Show auch in der jüngeren Vergangenheit gefahren hat.

Nach Aussagen von ehemaligen oder aktuellen Ausstellern ist jedoch vielmehr die Dauer der Ausstellung das Problem, weil sie die Kosten für die oft kleinen Firmen in der Tuning- und Motorsportbranche in unvertretbare Höhen treibt. Neun Tage Messedauer seien da einfach zu lange. Außerdem störten sich die weltweit aktiven Fahrzeugveredler an der geringen Internationalität der Show, die vor allem Besucher aus Nordrhein-Westfalen anspricht (60 Prozent der Besucher stammen aus dem bevölkerungsreichsten Bundesland).

Motorsportarena mit Live-Rennen

Der ideelle Träger der Show, der ADAC, sieht die stärkere Hinwendung der Essen Motor Show zum Motorsport positiv: „Dass sie zu ihren Wurzeln zurückkehrt, freut mich besonders und ich kann diese Entwicklung nur gutheißen“, unterstrich Hermann Tomczyk, Sportpräsident des ADAC. Schon jetzt sieht die Messeleitung die Motorsportarena in Halle 7 als „Knüller“. Viele Zuschauer nutzen demnach die Gelegenheit, in Deutschlands einzigem Indoor-Rennparcours als Beifahrer live Motorsport-Feeling zu erleben. Die Boxengasse, in der sich rund 30 Rennserien und Rennveranstalter vorstellen, erweise sich erneut als Treffpunkt der Rennsportszene.

Im nächsten Jahr wollen die Organisatoren dieses Thema weiter betonen, zum Beispiel mit einem Outdoor-Rennkurs vor dem Messegelände. „Ob es die Motor Show dann noch gibt?“ orakelte eine Ausstellervertreterin düster.

Die Essen Motor Show ist noch bis einschließlich Sonntag, 6. Dezember, geöffnet. Die Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 9 bis 18 Uhr.

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