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Viele Autofahrer befürchten Schäden durch E10

Autor: Andreas Grimm

Der Ottokraftstoff E10 sollte eigentlich die CO2-Belastung durch den Pkw senken. Doch die Autofahrer spielen noch immer nicht mit. Zu groß ist die Sorge vor Schäden am Fahrzeug. Dabei könnte E10 derzeit sogar preislich wieder punkten.

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Super E10 führt im Vergleich zum E5-Kraftstoff noch immer ein Nischendasein in Deutschland.
Super E10 führt im Vergleich zum E5-Kraftstoff noch immer ein Nischendasein in Deutschland.
(Bild: Shell)

Der Ottokraftstoff Super E10 hat weiterhin einen schweren Stand bei den Verbrauchern. Auch neun Jahre nach seiner Einführung, damals als Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen und der Rohöl-Importe gedacht, liegt der Marktanteil weiterhin bei stabilen 14 Prozent. Ein wesentlicher Grund für die Verweigerung der Autofahrer sind laut einer ADAC-Umfrage noch immer die Sorgen vor einer Schädigung der Fahrzeuge durch den Kraftstoff.

Gut die Hälfte der Befragten, die E10 nicht tanken, hat laut der Umfrage nach wie vor Bedenken wegen der Verträglichkeit. Weitere Gründe, warum Autofahrer E10 meiden, sind mangelhafte Kenntnisse über die Vor- und Nachteile dieser Benzin-Sorte (23 %). Verbreitet ist auch die Sorge, dass der Kraftstoffverbrauch und damit die Kosten durch Super E10 steigen könnten (18 %). Und 17 Prozent der Befragten tanken schlicht aus Gewohnheit den klassischen Kraftstoff Super E5. Ein Siebtel der Befragten schließlich hat Bedenken bezüglich des Umwelt- und Klimaschutzes (Mehrfach-Nennungen möglich).

Technische Bedenken sind weitgehend unbegründet

Dabei sind speziell die technischen Bedenken weiterhin weitgehend unbegründet. „Wir wissen, dass über 95 Prozent der Autos mit Ottomotor problemlos Super E10 nutzen könnten“, sagt ADAC-Technikpräsident Karsten Schulze. Wenn diese Pkw konsequent mit E10 betankt und damit weniger fossile Brennstoffe verwendet würden, könnten in Deutschland bis zu drei Millionen Tonnen CO2 jährlich eingespart werden.

Der Klimaschutz ist für die E10-Käufer allerdings nicht der entscheidende Grund für ihre Entscheidung. Sie denken vielmehr an ihren Geldbeutel. Laut der Umfrage entscheiden sich 72 Prozent wegen des günstigeren Preises für E10. Im deutschlandweiten Schnitt kostet laut dem ADAC ein Liter derzeit rund fünf Cent weniger als Super E5. Zeitweise war der Preisvorsprung auf nur ein bis zwei Cent zusammengeschmolzen. Immerhin 37 Prozent der E10-Tanker geben an, den Kraftstoff aus Umwelt- und Klimaschutzgründen zu wählen. Und weitere 15 Prozent der E10-Tanker sind Gewohnheitstäter.

Herauszufinden, ob ein Auto E10 verträgt, ist dabei in der Regel nicht schwer. Bei den meisten neueren Autos gibt es zudem keine Probleme mit der Verträglichkeit. Informationen zum individuellen Pkw finden sich in der Betriebsanleitung oder in einer Übersicht der Deutschen Automobil Treuhand (DAT). Dass die Verträglichkeit vorhanden ist, beweisen zudem die Autofahrer in anderen europischen Ländern gewissermaßen in einem Dauertest: In Ländern wie Frankreich oder den Niederlanden ist E10 längst die Benzinsorte mit dem größten Marktanteil.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«