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Vier Mercedes-Rückrufe: Probleme mit der Elektrik und dem ESP-Steuergerät

Autor / Redakteur: Niko Ganzer / Viktoria Hahn

Feuchtigkeitseintritt im Innenraum könnte bei über 135.000 A-Klasse-Modellen diverse Fehlfunktionen auslösen. Außerdem benötigen verschiedene AMG-Modelle ein Softwareupdate des Schleuderschutzes.

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Bei Mercedes gibt es aktuell gleich mehrere Rückrufaktionen.
Bei Mercedes gibt es aktuell gleich mehrere Rückrufaktionen.
(Bild: Daimler)

Zwei Rückrufe im Zusammenhang mit überhöhten Abgaswerten und zwei „normale“ Rückrufe hat das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in den vergangenen Tagen für diverse Mercedes-Baureihen gemeldet. Bei weltweit 135.454 Einheiten der A-Klasse (Baureihe 177) könnte der Kondenswasser-Ablaufschlauch der Klimaanlage nicht korrekt montiert sein und so Feuchtigkeit in den Innenraum leiten. In den Fußräumen auf der Fahrer- und Beifahrerseite sowie im Mitteltunnel verbaute elektrische Komponenten werden dadurch wie schon beim GLE im vergangenen Jahr eventuell in Mitleidenschaft gezogen.

„Dies könnte zu unterschiedlichen Auswirkungen führen, u.a. könnte das SRS-Steuergerät ausfallen, das Fahrzeug sich nicht starten lassen, während der Fahrt der Motor-Notlauf aktiviert werden und die Funktion weiterer Komponenten wie z.B. Kraftstoffpumpe, automatischer bzw. manueller Notruf beeinträchtigt werden“, erklärte ein Konzernsprecher. Die Aktion mit dem internen Code „8391001“ sieht die Prüfung und gegebenenfalls korrekte Montage des Kondenswasser-Ablaufschlauchs vor und soll circa 30 Minuten dauern. Potenziell betroffen sind in Deutschland 26.796 Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum vom September 2017 bis Februar 2019.

Softwarefehler des ESP-Steuergeräts

Knapp 20.000 Mercedes weltweit müssen wegen eines Softwarefehlers des ESP-Steuergeräts einrücken. Das ESP-System ist unter Umständen nicht auf den verbauten Bremsentyp abgestimmt und könnte auf einen Ausfall der Bremsunterdruckversorgung oder ein Signal des Gierratensensors bei einem Drift des Fahrzeugs nicht wie vorgesehen reagieren, so der Sprecher. Das fällige Softwareupdate erhalten hierzulande etwas über 3.900 Exemplare der C-Klasse AMG (BR 205), GLC AMG (BR 253) und AMG GT (BR 290) aus dem Produktionszeitraum April 2018 bis November 2019. Auch hier soll der vorgesehene Werkstattaufenthalt im Rahmen des Rückrufs „5490422“ etwa eine halbe Stunde in Anspruch nehmen.

Diesel-Rückrufe

Zu den vom KBA jüngst veröffentlichten Rückrufen wegen einer „unzulässigen Abschalteinrichtung beziehungsweise unzulässigen Reduzierung der Wirksamkeit des Emissionskontrollsystems“ verwies ein weiterer Daimler-Sprecher auf die Konzernveröffentlichungen im Internet. „Wir bilden die Diesel-Rückrufe auf unserer Webseite ab, wenn wir einen Bescheid erhalten und zudem bieten wir ein Online-Tool, mit dem unsere Kunden herausfinden können, ob ein Fahrzeug Teil eines Rückrufes ist“, erklärte er.

Aktion „5497507“ sei Folge eines bereits bekannten Ergänzungsbescheids des KBA aus dem Juni 2020. Sie ist laut Behörde relevant für die A- und B-Klasse mit Dieselmotor „OM640“ sowie C-, E- und S-Klasse mit dem „OM651“-Aggregat (beide Euro 5) der Baujahre 2008 bis 2011. Auch der Rückruf „5499636“ sei bereits aus dem Jahr 2018 bekannt.

Das KBA führt seit dieser Woche explizit 7.235 Exemplare des C 300 Hybrid (BR 205) auf, davon 895 in Deutschland. Gegen alle Behördenbescheide habe man Widerspruch eingelegt, der weiterhin beim KBA anhängig sei, sagte der Sprecher abschließend.

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 Niko Ganzer

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Freier Journalist