Volkswagen-Chef Diess: „Ein dramatischer Umbau ist nötig“

Nicht alle Konzernmarken waren 2018 erfolgreich

| Autor: Christoph Seyerlein

Ausblick auf 2019

Auch einen Ausblick auf das Jahr 2019 gaben Diess und Witter. Im laufenden Jahr will der Konzern die 10,89 Millionen Auslieferungen weltweit aus dem Jahr 2018 „leicht übertreffen“. Herausforderungen erwartet der Konzern insbesondere aus dem konjunkturellen Umfeld, der steigenden Wettbewerbsintensität, volatilen Wechselkursverläufen sowie den verschärften WLTP-Anforderungen.

Der Umsatz soll um bis zu fünf Prozent wachsen, sagte Witter. Bei der Umsatzrendite peilt Volkswagen einen Wert zwischen 6,5 und 7,5 Prozent an. Um jene Ziele zu erreichen, will Herbert Diess den internen Wandel hin zum Elektroauto- und Software-Anbieter beschleunigen. „Für die fundamentalen Veränderungen in unserem Geschäft ist ein dramatischer Umbau nötig“, sagte der Vorstandsvorsitzende.

Volkswagen korrigiert Elektro-Ziele massiv nach oben

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12.03.19 - Volkswagen schlägt bei der Elektromobilität ein noch höheres Tempo an als bisher geplant. Statt der bislang angekündigten 50 neuen E-Modelle sollen es bis 2028 nun sogar 70 sein. Auch beim Absatz plant der Konzern offensiver. lesen

Der Manager machte auch klar, dass das Arbeitsplätze kosten werde. „Ein Elektroauto lässt sich mit etwa 30 Prozent weniger Aufwand bauen als ein Verbrenner. Das heißt: Wir werden Stellen abbauen.“ Nur über Fluktuation und Altersteilzeitregelungen werde man das nicht regeln können. „Aber klar ist: Je erfolgreicher wir mit der Elektrifizierung sind, desto sicherer sind auch die Arbeitsplätze“, sagte Diess. Betriebsbedingte Kündigungen sind in Deutschland bei Volkswagen bis 2025 ausgeschlossen.

Diess verdiente 2018 rund 8,2 Millionen Euro

Ebenfalls am Dienstag veröffentlichte der Konzern seinen Geschäftsbericht für das Jahr 2018. Daraus geht unter anderem hervor, dass Herbert Diess im vergangenen Jahr deutlich mehr verdiente als noch 2017.

Das Gehalt des Vorstandschefs belief sich 2018 auf rund 8,2 Millionen Euro. Im Jahr zuvor hatte Diess als Markenvorstand von Volkswagen-Pkw 5,6 Millionen Euro verdient. 2018 übernahm der 60-Jährige im April das Amt von Matthias Müller.

In den vergangenen Jahren hatten Boni für VW-Manager angesichts der Dieselkrise immer wieder Kritik ausgelöst. Der Konzern reformierte zum Geschäftsjahr 2017 sein System zur Bestimmung der Vorstandsgehälter. Seitdem gibt es für den Vorstandschef eine Höchstgrenze von 10 Millionen Euro, für Vorstandsmitglieder von 5,5 Millionen Euro. Während die festen Grundgehälter tendenziell angehoben werden, fallen die Regeln zur Berechnung erfolgsabhängiger Bonuszahlungen strikter aus und orientieren sich teils an der künftigen Entwicklung.

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