Volkswagen-Chef Diess fordert mehr Elektro-Unterstützung – und erntet Kritik

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Volkswagen sprach sich nach dpa-Informationen darüber hinaus für die Verdoppelung des Budgets für den Ausbau der Ladeinfrastruktur aus – von 300 Millionen auf 600 Millionen Euro. Bisherige Förderprogramme blieben weit hinter der Umsetzung von 200.000 Ladepunkten bis 2025 zurück. Bundesweit gebe es rund 2,5 Millionen bewirtschaftete Parkplätze in Städten - künftig solle das Nachladen beim bezahlten Parken das Ziel sein. Dabei solle der Anteil der Lade-Stellplätze mindestens dem E-Auto-Anteil an den Neuzulassungen des jeweiligen Vorjahres entsprechen. Bei privaten Parkplätzen in Mehrfamilienhäusern müsse es einen Rechtsanspruch auf einen Ladepunkt geben.

Darüber hinaus forderte Volkswagen in dem Papier die Förderung einer wettbewerbsfähigen Batteriezellfertigung in Deutschland. Bislang habe Deutschland bei der Zellfertigung einen Standortnachteil von mehr als 20 Prozent - etwa eine Befreiung von der EEG-Umlage würde die Stromkosten sinken lassen. Allein VW habe bis 2025 einen Energiebedarf von 300 Gigawattstunden.

Branche läuft Sturm gegen Diess' Pläne

Mit seinem aggressiven Elektro-Plan versetzt Diess die Branche in Aufruhr. ZF-Boss Wolf-Henning Scheider sagte beispielsweise dem „Tagesspiegel“, er habe zwar Respekt vor der Strategie des Autobauers, am Ende müsse aber der Kunde die Produkte kaufen. „Und da wird es nicht nur die eine Lösung geben.“

Anderen Herstellern soll es der Welt zufolge zudem sauer aufstoßen, dass Diess vor allem Subventionen für kleine und verhältnismäßig günstige Elektroautos sehen will, während Premiumfahrzeuge und Hybride aus seiner Sicht weniger gefördert gehörten. „Eine Umsetzung dieses Programms läuft klar auf Wettbewerbsverzerrung hinaus“, sagte etwa ein BMW-Manager der Zeitung. „Das ist nichts anderes als eine Subventionierung von Elektroautos des VW-Konzerns. Denn wir im Premiumsegment werden kaum Batterieautos zu einem Preis von unter 20.000 Euro anbieten können und sollen deshalb keine Förderung bekommen“, hieß es aus München weiter.

Vertreter der Bundesregierung sagten: „Volkswagen ist mit diesen Vorstellungen auf dem falschen Weg.“ Im Bundesverkehrsministerium wurde ebenfalls Kritik laut: „Die Wolfsburger sind zu sehr auf China und die dortige Batterieauto-Strategie fixiert.“ Das CSU-geführte Ministerium unterstütze den VW-Plan nicht.

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 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Fachredakteur Next Mobility