Suchen

Volkswagen: Diess will Autos nicht mehr „im Wesentlichen an den Handel“ ausliefern

| Autor: Christoph Seyerlein

Mit dem ID 3 wird sich Volkswagen erstmals an einer Form des Direktvertriebs im Privatkundengeschäft versuchen. Vieles deutet darauf hin, dass der Hersteller jene Systematik perspektivisch nicht nur bei Elektroautos anwenden will – wie zuletzt Aussagen von Konzernchef Herbert Diess.

Firmen zum Thema

„2020 wird zeigen, wie wetterfest, agil, reaktionsfähig wir geworden sind“, sagt Volkswagen-Chef Herbert Diess.
„2020 wird zeigen, wie wetterfest, agil, reaktionsfähig wir geworden sind“, sagt Volkswagen-Chef Herbert Diess.
(Bild: Volkswagen)

Mit den neuen Händlerverträgen, die seit dem 1. April gültig sind, strebt Volkswagen stärker nach direktem Kundenkontakt. Das hat nun auch noch einmal Konzernchef Herbert Diess in einem Podcast-Interview mit dem Journalisten Gabor Steingart untermauert. „Bisher haben wir unsere Fahrzeuge im Wesentlichen an den Handel ausgeliefert. Den Kundenkontakt hat der Handel gehalten. In der neuen Welt müssen und wollen wir direkt mit dem Kunden sprechen“, erklärte der Manager.

Allerdings begibt sich der Autobauer damit auf ein Feld, dass er „erst lernen müsse“, wie Diess zugab. Man erarbeite sich aber mehr und mehr die nötigen Fähigkeiten. Jürgen Stackmann, Vertriebsvorstand der Kernmarke VW Pkw, hatte zuletzt betont, dass die Wolfsburger die derzeitige Corona-Krise als Möglichkeit nutzen wollen, den digitalen Kundenkontakt zu forcieren.

Den Einstieg in den Direktvertrieb an Privatkunden wird VW mit dem ID 3 wagen. Diesen vermarktet der Hersteller im sogenannten Agenturvertrieb. VW-Händler treten dann nur noch als vermittelnde Agenten mit fester Provision auf. Der Kaufvertrag kommt direkt zwischen Kunde und der Volkswagen AG zustande. Wie »kfz-betrieb« zuletzt exklusiv berichtete, kann sich der Hersteller vorstellen, jene Systematik perspektivisch auch bei Autos mit Verbrennungsmotor anzuwenden.

(ID:46493382)

Über den Autor