PR-Gag Volkswagen enttarnt „Voltswagen“ als Ente

Autor: Christoph Seyerlein

Erst beteuerte Volkswagen, dass es sich bei seiner Teil-Umbenennung in „Voltswagen“ nicht um einen Spaß handle. Inzwischen kassierte der Autobauer diese Aussage wieder ein. Die Aktion hat dem Konzern viel Aufmerksamkeit eingebracht. Allerdings nicht nur positive.

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Mit dem ID 4 läutet VW auch in den USA seine E-Offensive ein. Eine Namensänderung wird es in dem Zuge aber wohl doch nicht geben.
Mit dem ID 4 läutet VW auch in den USA seine E-Offensive ein. Eine Namensänderung wird es in dem Zuge aber wohl doch nicht geben.
(Bild: Volkswagen)

Mit seiner angeblichen Teil-Umbenennung in Voltswagen in den USA hat Volkswagen für Schlagzeilen gesorgt. Und genau das wollte der Autobauer offenbar mit der Aktion erreichen. Denn obwohl sich mehrere US-Medien unter Berufung auf Insider überzeugt gezeigt hatten, dass es sich dabei nicht um einen Scherz handelte – letztlich war es wohl genau das. Zuerst berichtete das „Wall Street Journal“, Volkswagen habe den Namenswechsel dementiert. Später enttarnte ein VW-Sprecher auch gegenüber der Nachrichtenagentur „AP“ die Aktion als Ente.

Der gleiche Sprecher hatte Tags zuvor übrigens noch bekräftigt, dass die Namensänderung echt sei. Zuvor hatte auch Volkswagens US-Twitter-Account seinen Namen in Voltswagen geändert. In Deutschland wiederum hatte es schnell Skepsis daran gegeben, ob die Aktion echt sei. Die Nähe zum 1. April löste hierzulande Zweifel aus. In den USA sind Aprilscherze unüblicher.

Viel Aufmerksamkeit haben die Wolfsburger mit der vermeintlichen Umbenennung definitiv auf ihre E-Offensive gezogen. Der ID 4 startet aktuell als erstes ID-Modell in den USA.

US-Reporter schießt gegen VW

Doch nicht jeder findet die Aktion lustig. Nathan Bomey, ein Reporter von „USA Today“ schrieb beispielsweise bei Twitter: „Lieber Volkswagen-Konzern: Ihr habt mich angelogen. Ihr habt AP, CNBC, Reuters und andere Medien angelogen. Das war kein Scherz. Das war ein Täuschung. Falls ihr es noch nicht mitbekommen habt, wir haben ein Problem mit Falschinformationen in diesem Land. Nun seid ihr ein Teil davon. Warum sollte irgendjemand euch noch vertrauen?“

Und es könnte für VW noch dicker kommen. Wie die AP schreibt, könnte der Fall auch bei der US-Börsenaufsicht SEC landen. Denn der Aktienkurs war unmittelbar nach den ersten Voltswagen-Berichten stark gestiegen. Noch hat sich die SEC nicht geäußert. VW selbst erklärte, man könne keine Börsenmanipulation erkennen. Das sei auch definitiv kein Ziel der Aktion gewesen. Man bedauere aber, dass man in der Wahrnehmung Einiger über das Ziel hinausgeschossen sei.

Gesteuert hatte die Kampagne Volkswagen of America, die Zentrale in Wolfsburg war darüber aber im Vorfeld informiert.

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Entwicklungsredakteur