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Volkswagen erklärt „WLTP-Talsohle“ für durchschritten

| Autor: Christoph Seyerlein

Wenig überraschend lag der Volkswagen-Absatz im Oktober deutlich unter den Vorjahreswerten. Der Konzern hat mit mehreren Problemen zu kämpfen. Eines davon ist das vielzitierte WLTP-Schlamassel, bei dem die Wolfsburger aber Fortschritte gemacht haben wollen.

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Bei den Volkswagen-Fabrikaten gibt es weiterhin Engpässe wegen WLTP.
Bei den Volkswagen-Fabrikaten gibt es weiterhin Engpässe wegen WLTP.
(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Der Volkswagenkonzern zeigt sich optimistisch, die gröbsten Probleme mit der Umstellung auf den neuen Prüfzyklus WLTP gelöst zu haben. Vertriebsleiter Christian Dahlheim teilte am Montag mit: „Beim Thema WLTP-Umstellung haben wir die Talsohle in Europa durchschritten.“

Tatsächlich zeigt ein Blick auf die Auslieferungen, dass der Oktober für den Autobauer schon weniger schlecht verlief als noch der September. Dennoch setzte es auch im zurückliegenden Monat mit 846.300 ausgelieferten Fahrzeugen weltweit ein deutliches Minus von 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Für das Gesamtjahr zeigte sich Dahlheim trotz der aktuellen Schwierigkeiten zuversichtlich, ein leicht besseres Ergebnis als 2017 erzielen zu können. Aktuell liegt Volkswagen mit 8.976.500 Einheiten um 2,6 Prozent über dem Vergleichswert aus dem Vorjahr.

Damit das Plus gelingt, braucht der Konzern bei den WLTP-Freigabe-Prozessen in Europa dringend weitere Fortschritte. Im Oktober fiel die Auslieferungsbilanz auf dem Kontinent mit 295.000 Fahrzeugen um 15,6 Prozent schlechter aus als 2017. Klar ist aber auch, dass WLTP längst die nicht die einzige derzeitige Baustelle von Volkswagen ist. Auch in China, dem wichtigsten Einzelmarkt des Autobauers, herrscht aktuell Flaute. Im Oktober lieferten die Konzernmarken dort mit 365.100 Einheiten 8,3 Prozent weniger aus als vor Jahresfrist. Wolfsburg führt das vor allem auf die Handelsstreitigkeiten des Landes mit den USA und einer damit verbundenen Kaufzurückhaltung der Kunden in China zurück.

Auch in den USA verlief der Oktober für den Autobauer mau. 50.300 Neuwagen gingen im vergangenen Monat an Kunden und damit 3,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Es gab aber auch wenige Lichtblicke in der Bilanz: Der brasilianische Automarkt erholt sich aus Volkswagen-Sicht weiter, hier verbuchte der Konzern im Oktober mit 41.800 Auslieferungen enorme Zuwächse (+56,7 %). Und auch in Russland ging es spürbar voran (21.300 Einheiten, +22,4 %).

Der Blick auf die einzelnen Marken fällt für den Oktober allerdings ebenfalls düster aus. Am „besten“ lief es noch für VW Pkw mit einem Minus von 6,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Außer der Kernmarke und Skoda (-7,4 %) mussten alle relevanten Pkw-Marken aus dem Konzern zweistellige Verluste hinnehmen (Porsche -11,4 %, Seat -16,8 %, Audi -25,7 %). Auch Volkswagen Nutzfahrzeuge erlebte einen schwachen Monat (-12 %). MAN (+20,7 %) und Scania (+3,1 %) legten dagegen zu.

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