Volkswagen ist Herbert Diess in den USA zu schwach

Konzernchef will Zusammenarbeit mit Ford stärken

| Autor: dpa/cs

Volkswagenchef Herbert Diess fordert von den einzelnen Konzernmarken, enger zusammenzuarbeiten.
Volkswagenchef Herbert Diess fordert von den einzelnen Konzernmarken, enger zusammenzuarbeiten. (Bild: Volkswagen)

Zuletzt hatte Volkswagenchef Herbert Diess sich immer stärker auf China fokussiert. Mittlerweile nennt der Konzern das Reich der Mitte sogar seinen „zweiten Heimatmarkt“. Bei einer Veranstaltung vor rund 500 Führungskräften aus dem Konzern ruderte der Boss am Donnerstag aber ein Stück weit zurück. Gerade in den USA müsse der Autobauer stärker werden.

Diess sagte: „Ohne ein starkes Engagement in den USA – unserer noch immer schwächsten Weltregion – drohen wir in den weltweiten Handelskonflikten in eine ausweglose Situation zu geraten.“ Heute sei VW de facto ein sehr stark chinesisch geprägtes Unternehmen. „Dazu brauchen wir ein Gegengewicht in den USA“, so Diess.

Auch deshalb will Volkswagen die vor einigen Monaten geschlossene Kooperation mit Ford vertiefen. „Die Ford-Partnerschaft ist für den Konzern geostrategisch von überragender Bedeutung“, so Diess. Im Januar hatten sich die Konzerne zunächst auf gemeinsame Projekte auf dem Feld kleinerer Nutzfahrzeuge verständigt.

Künftig soll es aber auch um Zukunftstechnologien gehen, unter anderem soll Ford dabei den Modularen Elektro-Baukausten (MEB) der Wolfsburger nutzen. Diess sagte dazu: „Die Kooperationsgespräche mit Ford zum MEB und zum autonomen Fahren laufen gut und stehen kurz vor dem Abschluss.“

Diess: VW-Töchter sollen Markenegoismen aufgeben

Auch beim autonomen Fahren wollen Volkswagen und der US-Autobauer gemeinsame Sache machen. Ein Investment der Wolfsburger in Fords Roboterwagenfirma Argo AI soll unmittelbar bevorstehen. Dafür spricht auch, dass Volkswagen erst vor wenigen Tagen die Zusammenarbeit mit dem Startup Aurora eingestellt hat.

Unterdessen ermahnte Diess die anwesenden Manager, auch intern besser zusammenzuarbeiten. Die einzelnen Konzernmarken sollen sich künftig enger miteinander verzahnen. Die Kosten ließen sich deutlich senken, wenn einzelne Töchter Markenegoismen aufgäben, so der Volkswagenchef.

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