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Volkswagen Nutzfahrzeuge fehlt der elektrische Zündfunke

| Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Grimm

Der Absatz von VW Nutzfahrzeuge brummt, doch das könnte bald teuer werden. Denn der CO2-Grenzwert von 95 Gramm pro gefahrenem Kilometer ist für die Marke nicht zu schaffen. Es fehlt an elektrischen Antrieben.

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(Bild: VW Nutzfahrzeuge)

Mit elektrifiziertem Antrieb entspannt in die Zukunft schauen? Angesichts kommender Grenzwerte darf sich in der Autoindustrie derjenige glücklich schätzen, der diese Frage mit ja beantworten kann. Volkswagen Nutzfahrzeuge gehört derzeit nicht zu diesem erlauchten Herstellerkreis. Die Volkwagen-Marke, beheimatet in Hannover, hat mit ihren vier Baureihen Caddy, Transporter, Amarok und Crafter alle Hände voll zu tun, sich wettbewerbsfähig für das kommende Jahrzehnt aufzustellen.

Darüber täuschen auch die momentanen Rekordabsätze nicht hinweg. Bestseller bleibt die T6-Baureihe. Das Modell rangierte im August in Deutschland trotz seiner hohen Preise auf Platz 14 in der Neuzulassungsstatistik, lässt beispielsweise den VW Touran (20) weit hinter sich. Vergangenes Jahr konnte VWN weltweit knapp eine halbe Million Fahrzeuge absetzen. 2018 dürfte man diese Marke noch übertreffen. Schon zur Halbzeit lagen die Verkäufe 4,8 Prozent höher.

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Doch die Uhr tickt, vor allem in Hinblick auf die CO2-Flottenemissionen. Der Caddy und bei der Transporter-Baureihe T6 die Modelle Caravelle, Multivan und California laufen in der Kategorie Pkw, fallen damit unter die 95-Gramm-Regel, die Ende 2020 verbindlich wird. Diese Hürde wäre wohl nur mit einer massiven Elektrifizierung zu schaffen. Die aber ist derzeit nicht Sicht. Gern hätte der neue Vorstandschef Thomas Sedran, seit dem 1. September im Amt, die Kompetenz von VW Pkw mitsamt der Elektro-Architektur MEB in Anspruch genommen. Das Klopfen an die Türen in Wolfsburg aber wurde nicht erhört. Man sei zu sehr beschäftigt mit der ID-Baureihe und hätte keine Kapazitäten mehr frei, hieß es aus der Konzernzentrale.

In fast allen leichten Nutzfahrzeugen von VW steckt ein Dieselmotor. Und dabei wird es die nächsten Jahre bleiben, wie Sedran kürzlich auf der IAA in Hannover betonte. „Wir setzen weiterhin auf den Diesel als Rückgrat der Logistik vieler Branchen.“ Elektrifizierungs-Know-how holt man sich nun übergangsweise bei der Tuning-Schmiede Abt. Mit dem Allgäuer Veredelungsbetrieb als strategischen Partner pflegt man eine lange Beziehung. Zudem ist Abt in der Formel E engagiert.

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Anfang 2019 sollen Interessenten sowohl einen E-Caddy als auch einen E-Transporter mit elektrischem Antrieb ordern können. Die Batteriekapazitäten sind modular aufgebaut, ermöglichen Reichweiten zwischen 200 und 400 Kilometern. Zu den beiden Abt-Stromern gesellt sich der E-Crafter. Ihn wird es vermutlich innerhalb der nächsten fünf Jahre auch mit Brennstoffzelle geben.

Voraussichtlich Ende 2021 könnte der ID Buzz Cargo die E-Fahrzeugpalette erweitern, als zeitgemäßer Transporter für den Stadtverkehr von morgen. Die Studie hierzu debütierte gerade auf der IAA in Hannover. Unterhalb des Buzz Cargo wäre noch Platz für einen E-Caddy, wie der Buzz basierend auf der MEB-Elektroplattform der ID-Modelle.

Doch zuvor (2020) schicken die Hannoveraner im Segment der kleinen Kastenwagen und Familien-Vans die neue Generation des Caddy an den Start. Dieser bekommt die MQB-Architektur des Golf VIII. Auf gleicher Basis wird der Nachfolger des T6, logischerweise T7 genannt, stehen. Debüt könnte etwa 2022 sein. Allerdings kommen nur die Pkw-Varianten in den Genuss der modernen Plattform, die beim Fahrwerk über McPherson-Federbeine und Schräglenkerhinterachse verfügen und mehr Fahrkomfort bringen soll. Auf der gewerblichen Seite wird der T6 noch nahezu bis Mitte des nächsten Jahrzehnts in alter Struktur weitergebaut.

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Dann dürfte wohl auch die in diesem Jahr verkündete Kooperation mit Ford erste Früchte tragen. Sie dient einzig dem Ziel, auf Nutzfahrzeugebene Entwicklungs- und Produktionskosten zu sparen. Sinnvoll wäre es wohl, sich eine neue Plattform zu teilen. Infrage käme eine gemeinsame Architektur, auf der Ford seinen Transit und VWN seinen nächsten Transporter stellen könnte.

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