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Volkswagen: Trotz erfolgreichem Halbjahr keine Jubelstimmung

| Autor: Jakob Schreiner

Der Volkswagen-Konzern stellt sich trotz eines guten Laufs im Tagesgeschäft auf ein schwieriges zweites Halbjahr ein. Der Autobauer rechnet mit weiteren Problemen bei der Umstellung auf das WLTP-Verfahren.

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Der Volkswagen Vorstandsvorsitzen Herbert Diess warnt vor einem schwierigem zweiten Halbjahr.
Der Volkswagen Vorstandsvorsitzen Herbert Diess warnt vor einem schwierigem zweiten Halbjahr.
(Bild: Volkswagen)

Trotz eines erfolgreichen ersten Halbjahres will Volkswagen-Chef Herbert Diess die Erwartungshaltung an die kommenden Quartale drücken. Zwar stieg der operative Gewinn des Konzerns von 8,9 auf 9,8 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum an, wie der Autobauer in Wolfsburg am Mittwoch mitteilte. Trotzdem fokussiert sich Diess – ganz in bescheidender Fußballtrainer-Manier – auf die kommenden Herausforderungen: „In den kommenden Quartalen liegen große Anstrengungen vor uns – vor allem im Hinblick auf die Umstellung auf den neuen WLTP-Prüfzyklus“, zitiert die Mitteilung Diess. Ebenso stelle „ein wachsender Protektionismus“ – gemeint der Handelsstreit zwischen der EU, den USA und China – die global agierenden Autobauer „vor große Herausforderungen“.

Auch der Finanzchef Frank Witter gibt den Warner und stimmt mit ein: „Wir haben uns aber – wie bereits mehrfach kommuniziert – insbesondere wegen WLTP auf ein volatiles zweites Halbjahr einzustellen.“ Trotzdem hält der Konzern an seinen ausgegeben Zielen für das Geschäftsjahr 2018 fest, die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr um bis zu fünf Prozent zu übertreffen.

Wäre nach den ersten sechs Monaten das Geschäftsjahr bereits zu Ende, hätte Volkswagen das Ziel noch nicht erreicht. Die Umsatzerlöse stiegen im Vergleich zum Vorjahr von 115,3 um 3,5 Prozent auf 119,4 Milliarden Euro. Die weltweiten Auslieferungen verzeichneten einen Zuwachs von 7,1 Prozent auf 5,5 Millionen ausgelieferte Fahrzeuge – mehr als je zuvor. Unterm Strich verdiente Volkswagen im ersten Halbjahr rund 6,6 Milliarden Euro, ein Plus von 2,1 Prozent. Der Gewinn nach Steuern hätte aber auch deutlich höher ausfallen können, hätten die Nachwehen der Dieselkrise mit 1,6 Milliarden Euro nicht durchgeschlagen.

In den ausgewiesenen Zahlen ist das China-Geschäft des Autobauers nicht berücksichtigt. Aus den chinesischen Joint Ventures verbucht Volkswagen von Januar bis Juni ein operatives Ergebnis von weiteren 2,3 Milliarden Euro.

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 Jakob Schreiner

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Redakteur Ressort Service & Technik