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Volkswagen will Vorreiter effizienter Mobilität werden

| Autor / Redakteur: dpa / Andreas Grimm

Die Debatte um saubere Luft in den Städten fördert in den Autokonzernen neue Mobilitätsangebote. VW-Konzernchef Matthias Müller bekräftigte in Genf den Willen des Autobauer zu zukunftsorientierten Investitionen.

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Volkswagen-Konzernchef Matthias Müller skizzierte in Genf, wie der weitere Weg des Konzerns hin zur Elektromobilität aussieht.
Volkswagen-Konzernchef Matthias Müller skizzierte in Genf, wie der weitere Weg des Konzerns hin zur Elektromobilität aussieht.
(Bild: VW)

Volkswagen-Konzernchef Matthias Müller hat Verständnis für massive Kritik am Auto geäußert. „Die zunehmende Luftverschmutzung“ und „Staus bis zum Verkehrsinfarkt“ seien große Herausforderungen, sagte Müller am Montagabend vor der Eröffnung des Automobilsalons in Genf. Aber gemeinsam könnten Politik, Kommunen, Digitalwirtschaft und Autoindustrie eine Verkehrswende schaffen.

Kurzfristig müssten jetzt effizientere und saubere Fahrzeuge in die Städte kommen, sagte Müller mit Blick auf die drohenden Diesel-Fahrverbote in mehreren deutschen Städten. Ein Baustein, um ältere Fahrzeuge schnell von der Straße zu holen, seien Wechselprämien. Seit August hätten damit 160.000 VW-Kunden in Deutschland ihr altes gegen ein neues Fahrzeug eingetauscht.

Elektro-Mobilität, autonomes Fahren, digitale Vernetzung und neue Mobilitätsdienste seien „wichtige Hebel, mit denen wir die Mobilität in den Städten effizienter, sauberer und menschlicher machen wollen“, sagte Müller. VW investiere dafür bis 2022 mehr als 34 Milliarden Euro.

Der Konzern habe inzwischen acht Elektromodelle und Plug-In-Hybride im Programm. Elf weitere sollen in diesem Jahr folgen, darunter der Audi-SUV Q6 E-tron mit 500 Kilometern Reichweite. Nur, wenn sich E-Autos auch schnell, problemlos und komfortabel laden ließen, werde sich das E-Auto auch durchsetzen. „Das heißt: Wir brauchen mehr, viel mehr Ladestationen. Und wir brauchen sie flächendeckend“, sagte Müller. Die Autoindustrie könne Teil der Lösung sein, aber es gebe keine Insellösungen.

Absatzplus und I.D.-Modelle

Akut sorgen machen muss sich Müller um die Geschäfts seines Unternehmens aber nicht. Die Kernmarke VW Pkw ist weiter auf Wachstumskurs. Nach einem Plus von 7,2 Prozent im Januar habe der Absatz im Februar um mehr als fünf Prozent zugelegt, sagte VW-Markenchef Herbert Diess am Dienstag auf dem Genfer Autosalon.

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Volkswagen präsentiert auf der Messe eine Studie seines künftigen vollelektrischen Flaggschiffs für die Luxusklasse, den I.D. Vizzion. In etwa 100 Wochen werde der vollelektrische I.D. in der Kompaktklasse vom Band laufen. Er werde etwa so viel kosten wie ein Diesel gleicher Größe. „VW macht Fortschritte“, sagte Diess. Damit die I.D.-Modelle auch in der Bevölkerung ankommen, will der Autobauer den Handel für die Elektromobilität begeistern, erläuterte VW-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann im Gespräch mit »kfz-betrieb« (mehr).

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