Volumen bei sicherheitsrelevanten Rückrufen ist gestiegen

Daimler musste die meisten Fahrzeuge zurückholen

| Autor: dpa

Von Daimler wurde 2018 unter anderem die neue A-Klasse zurückgerufen, da die Gefahr bestand, das E-Call-System würde nicht die korrekte Fahrzeugposition übermitteln.
Von Daimler wurde 2018 unter anderem die neue A-Klasse zurückgerufen, da die Gefahr bestand, das E-Call-System würde nicht die korrekte Fahrzeugposition übermitteln. (Bild: Daimler)

In Deutschland ist die Zahl der Rückrufe von Autos, bei denen möglicherweise ein Sicherheitsmangel besteht, im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Dies geht aus einer Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Anfrage der Grünen hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor hatte die „Saarbrücker Zeitung“ (Donnerstag) berichtet. Laut Kraftfahrtbundesamt waren im vergangenen Jahr demnach 3,5 Millionen Fahrzeuge von entsprechenden Rückrufaktionen betroffen – 600.000 mehr als noch 2017.

Damit setzt sich den Zahlen zufolge ein Trend der vergangenen sechs Jahre fort. Zum Vergleich: 2012 waren nur rund 820.000 Fahrzeuge von sicherheitsrelevanten Rückrufen durch das KBA betroffen. Als Sicherheitsmängel gelten beispielsweise defekte Airbags, Fehler bei der Lenkung oder den Bremsen.

Am stärksten betroffen von Rückrufen aus Sicherheitsgründen waren laut Verkehrsministerium Daimler sowie der Volkswagen-Konzern. Bei den Zahlen gab es allerdings unterschiedliche Darstellungen. Das Verkehrsministerium nannte in Berufung auf das Kraftfahrtbundesamt Mercedes (972.803 betroffene Autos) vor VW (462.813) und Audi (362.586). „Die Zahlen sind für uns nicht nachvollziehbar,“ entgegnete ein Sprecher von Daimler. Nach internen Berechnungen komme man lediglich auf etwa die Hälfte der vom KBA genannten Rückrufaktionen.

„Die Gründe für den starken Anstieg der Rückrufe sind vielfältig. Neue Modelle werden heute schneller auf den Markt gebracht und die gleichen Teile werden in immer mehr Fahrzeugen verbaut,“ sagte der Fraktionsvize der Grünen, Oliver Krischer. So werden Autos nicht zwangsläufig unsicherer, aber zunehmend komplexer.

Ein Sprecher von Audi sagte, dass auch die Behörden bei den Auflagen immer kritischer werden würden und sich europaweit vernetzten, würde zu mehr Rückrufaktionen führen. Ebenso werden die Diesel-Rückrufaktionen im vergangenen Jahr aufgelistet, die zu höheren Rückrufzahlen führten.

Bei Mercedes waren davon alleine etwa 110.000 Fahrzeuge betroffen, wie ein Sprecher bestätigte. Dabei handelt es sich allerdings laut Bundesverkehrsministerium überwiegend um „freiwillige Aktionen“, die im Rahmen des Nationalen Forums Diesel vereinbart wurden. „Besonders die Rückrufe wegen der nicht funktionierenden Abgasreinigung bei Diesel-PKW sind ärgerlich, weil die Hersteller hier vorsätzlich schlechte Technik eingebaut haben,“ so Krischer.

Ein Volkswagen-Sprecher konnte am Donnerstag zunächst keine Angaben dazu machen, in welchem Gesamtausmaß der Wolfsburger Konzern von den Rückrufaktionen betroffen gewesen ist.

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