Volvo befürchtet weiter schwache Margen

Mehr Umsatz, weniger Gewinn

| Autor: dpa

(Bild: Volvo)

Volvo hat trotz eines besseren vierten Quartals vor weiter schwacher Profitabilität gewarnt. „Wir müssen realistisch sein und anerkennen, dass die Margen weiter unter Druck bleiben werden“, sagte Vorstandschef Hakan Samuelsson am Donnerstag. Dabei hatte der Pkw-Hersteller mit Sitz in Göteborg ein schwaches drittes Quartal zum Jahresende wieder abgeschüttelt.

Umsatz und operatives Ergebnis kletterten im vierten Quartal um ein Fünftel beziehungsweise ein Viertel gegenüber dem Vorjahr. Im Gesamtjahr sackte aber die operative Marge von 6,7 auf 5,6 Prozent ab – im Sommer hatten hohe Vertriebskosten, neue Modelle und höhere Zölle die Gewinne belastet. Das dürfte zunächst auch so bleiben. „Der harte Preiswettbewerb kommt hauptsächlich vom chinesischen Markt“, sagte Samuelsson in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. „Jeder will dort wachsen.“ Allerdings habe Volvo nun bei den Modellen eine bessere Ausgangslage als je zuvor.

Volvo hatte mit 642.253 Autos 12,4 Prozent mehr verkauft als im Jahr zuvor. 2020 wollen die Schweden 800.000 Autos verkaufen und eine Profitabilität wie die wesentlichen Wettbewerber erreichen – das sind die deutschen Premiumautobauer Mercedes, BMW und Audi. Diese streben in aller Regel Umsatzrenditen von mehr als 8 Prozent an, kamen zuletzt aber auch deutlich unter Druck. Helfen soll bei der Steigerung der Margen vor allem eine stärkere Kostendisziplin und die bessere Auslastung der Fabriken, sagte Samuelsson.

Im Gesamtjahr steigerte das Unternehmen den Umsatz um 21 Prozent auf 252,7 Milliarden Schwedische Kronen (24,2 Mrd. Euro). Das operative Ergebnis stieg hingegen um lediglich 0,9 Prozent auf 14,2 Milliarden Kronen. Unter dem Strich stand wegen höherer Zinsausgaben und Steuern sogar ein Gewinnrückgang von 4,3 Prozent auf 9,8 Milliarden Kronen.

Volvo Cars gehört zum chinesischen Autobauer Geely, der auch mit 9,7 Prozent am Daimler-Konzern beteiligt ist. Gespräche zwischen Volvo und Daimler zu möglichen Kooperationen gebe es nicht, sagte Samuelsson. Seit längerem spekulieren Beobachter, was Geely-Eigentümer Li Shufu mit dem Daimler-Anteil vorhat. Daimler-Chef Dieter Zetsche sagte am Mittwoch, weitere Gespräche mit Geely liefen – auch über Projekte, die möglicherweise größer seien als bisherige Kooperationen. Bislang gibt es lediglich eine kleinere Partnerschaft bei einem chinesischen Luxus-Fahrtenvermittler zwischen den Chinesen und den Stuttgartern.

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