Volvo-Händler erhalten neue Verträge

Autor: Julia Mauritz

Das neue europäische Regelwerk tritt rückwirkend zum 1. Januar 2014 in Kraft: Einen Direktvertrieb wird es künftig nicht geben, dafür ist die Abstimmung mit dem Händlerverband vertraglich verankert.

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Thomas Bauch, Geschäftsführer von Volvo Car Germany, ist mit dem Ergebnis der Vertragsverhandlungen zufrieden.
Thomas Bauch, Geschäftsführer von Volvo Car Germany, ist mit dem Ergebnis der Vertragsverhandlungen zufrieden.
(Foto: Volvo)

Volvo Deutschland hat heute die neuen unbefristeten Vertriebs- und Serviceverträge an seine deutschen Händler verschickt. Die Volvo-Partner haben jetzt bis zum 30. Juni Zeit, das neue Regelwerk zu unterzeichnen, das rückwirkend zum 1. Januar 2014 in Kraft tritt.

Überraschungen erwarten die Volvo-Händler nicht: Der Händlerverband hatte den neuen Vertrag bereits am 8. Mai auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung detailliert vorgestellt. Im Vorfeld hatten die Betriebe ein Leseexemplar erhalten.

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Von den 271 deutschen Vertragsstandorten werden nach Angaben von Volvo Deutschland nur fünf kein neues Vertragsangebot erhalten: „Diese Betriebe haben bereits in der Vergangenheit unsere Standards nicht erfüllt und werden sie auch in Zukunft nicht erfüllen können", erläutert Thomas Weber, Direktor Händlernetzentwicklung beim Kölner Importeur im Gespräch mit »kfz-betrieb«.

Side-Letter regelt kritische Vertragsinhalte

Die Verhandlungen zwischen Volvo Deutschland und dem Händlerverband waren langwierig – erstmals hatten sich beide Parteien im April 2013 getroffen: „Die Situation in Deutschland war herausfordernd, weil im europäischen Vertrag verschiedene Aspekte enthalten waren, die nach deutscher Rechtsprechung inhaltlich angepasst werden mussten", schildert Thomas Weber. Diese habe man über einen separaten Side-Letter geregelt.

Aus Handelssicht kritisch war vor allem, dass der europäische Volvo-Vertrag eine starke Einseitigkeit des Herstellers vorsah. Unter anderem räumte er Volvo die Möglichkeit ein, Standards einseitig zu ändern. Zudem ermöglichte er den Direktvertrieb.

„Wir haben uns mit dem Side-Letter klar zu unserem Händlernetz bekannt: Wir werden auch künftig den Vertrieb und Service ausschließlich über unser Händlernetzwerk abwickeln. Das unbefristete Vertragsverhältnis gibt unseren Partnern zusätzliche Planungssicherheit“, betont Volvo-Deutschland-Geschäftsführer Thomas Bauch.

Im Side-Letter ist auch geregelt, dass bei allen vertraglich relevanten Aspekten wie Zielvereinbarungen oder Standards eine Abstimmung zwischen Volvo und dem Händlerverband erfolgt.

Neue Außen- und Innen-CI wird bis 2020 umgesetzt

Die neuen Verträge sehen vor, dass die Händler die neue Innen- und Außen-CI „Volvo Retail Experience“ flächendeckend bis 2020 umsetzen. Dabei haben die Händler je nach Größe ihres Betriebs die Wahl zwischen verschiedenen Innenausstattungs-Paketen. Das Mindestinvest liegt bei 20.000 Euro. Für Bestandsimmobilien hat der Händlerverband einen zehnjährigen Investitionsschutz ausgehandelt.

Beim alten geblieben ist indes das Prozedere beim Margensystem: „Wir werden auch künftig die Margenstruktur in Abstimmung mit dem Verband auf jährlicher Basis festlegen“, schildert Thomas Bauch.

Im Händlervertrag nicht eingebunden ist „Volvo Selekt“. Die Gebrauchtwagenmarke von Volvo soll auch künftig über einen separaten Lizenzvertrag geregelt werden. „Wir arbeiten aktuell gemeinsam mit dem Händlerverband mit Hochdruck am Thema Remarketing und werden unseren Partnern in der zweiten Jahreshälfte ein Ergebnis präsentieren können“, erklärt Thomas Weber.

Mit den neuen Händlerverträgen ist der Importeur sehr zufrieden: „Wir haben vertrauensvoll und intensiv mit dem Verband zusammengearbeitet und sind der festen Überzeugung, einen guten Grundstein für die Zukunft der Marke Volvo und die Volvo-Händler in ihrer Rolle als Unternehmer gelegt zu haben“, unterstreicht Thomas Bauch. Thomas Weber fügt hinzu: „Es war uns wichtig, dass das Geschäft im Zuge der Vertragsverhandlungen nicht ins Hintertreffen gerät, um unsere Wachstumsstrategie sicherzustellen. Das ist uns bestens gelungen.“

2014 läuft es vertrieblich rund

Die Bilanz, die Thomas Bauch nach den ersten fünf Monaten zieht, ist durchweg positiv: „Die endgültigen Mai-Zahlen fehlen uns zwar noch, aber wir haben unsere Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahresmonat um rund 20 Prozent steigern können. Kumuliert über die ersten fünf Monate des Jahres lagen wir zehn Prozent im Plus.“ Vor allem der V40 und der XC60 hätten zu diesem positiven Ergebnis beigetragen. Auch die neuen Drive-E-Motoren kämen bei den Kunden modellübergreifend sehr gut an.

Während sich der Kölner Importeur im ersten Halbjahr auf das Privatkundengeschäft konzentriert hat, soll in der zweiten Jahreshälfte das Flottengeschäft stärker im Fokus stehen. Die kommenden Vertriebs- und Marketingmaßnahmen sollen dann vor allem dem V60 und V70 zugute kommen. Für das Gesamtjahr ist Thomas Bauch optimistisch, die Ein-Prozent-Marktanteilsmarke bei einem Gesamtmarkt von drei Millionen Neuzulassungen überschreiten zu können.

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Julia Mauritz

Stv. Ressortleiterin