Volvo-Händlerrendite erreicht Rekordstand

Redakteur: Julia Mauritz

Ob Neuwagen-, Gebrauchtwagen- oder Servicegeschäft: Die Kennzahlen des schwedischen Importeurs weisen nach oben. Wie es 2012 laufen soll, erläutert Geschäftsführer Bernhard Bauer im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE«.

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Volvo-Deutschland-Chef Bernhard Bauer hat in diesem Jahr allen Grund zum Strahlen.
Volvo-Deutschland-Chef Bernhard Bauer hat in diesem Jahr allen Grund zum Strahlen.
( Volvo )

Knapp 50 Prozent mehr Neufahrzeuge als im Vorjahr hat Volvo in den ersten acht Monaten 2011 abgesetzt. Für das Gesamtjahr rechnet Geschäftsführer Bernhard Bauer mit über 34.000 Neuzulassungen, „das sind rund 8.000 bis 9.000 mehr Einheiten als 2010“. Die Wachstumstriebfeder ist dabei nach wie vor die 60er-Familie. Gesteigert hat Volvo seinen bedienten Segmentanteil von rund 3,2 auf 5 Prozent.

Die Händler profitieren vom aktuellen Volvo-Boom: „Die durchschnittliche Händlerrendite ist mit 1,99 Prozent so hoch wie nie zuvor. Das beste Viertel der Händler erreicht sogar 3,5 Prozent“, berichtet der Geschäftsführer am Rande der IAA 2011 im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE«. Ebenfalls positiv entwickelt hat sich sowohl beim Importeur als auch im Handel das Servicegeschäft. „Im Durchschnitt können die Händler 95 Prozent ihrer Kosten mit dem Servicegeschäft decken“, bemerkt der Volvo-Manager – und das, obwohl die Garantiefälle deutlich abgenommen hätten. Die Teilebelieferung läuft nach Aussage von Bauer rund, das Local-Distribution-Center-Prinzip habe sich gut etabliert. Zudem sei es den Händlern gelungen, ältere Fahrzeuge wieder in ihre Werkstatt zu locken.

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Zahl der Standorte soll gleichbleiben

Auch die Entwicklung der neuen Gebrauchtwagenmarke Selekt sei vielversprechend: „Wir haben Trainings durchgeführt und die Hardware installiert. Per Ende August war der Anteil der Selekt-fähigen Fahrzeuge bereits auf gut 50 Prozent der Gebrauchten gestiegen. Bis zum Jahresende werden wir bei rund 85 Prozent liegen“, glaubt der Volvo-Deutschland-Chef.

Die Zahl der Standorte will der Manager trotz des signifikanten Wachstums nicht erhöhen. Vielmehr will er die Anzahl der verkauften Fahrzeuge pro Händler steigern – aktuell liegt der durchschnittliche Verkauf pro Inhaber bei rund 170 Autos und pro Standort bei 91 Fahrzeugen. „Wir haben rund 300 Vertriebsstandorte und 270 Servicepartner. Bis auf zirka zehn bis 15 Open Points, die wir noch schließen wollen, wird sich an dieser Netzgröße nicht viel ändern“, so Bauer.

Die neue Markenidentität schärfen

Die große Herausforderung für die kommenden Jahre sieht der Manager darin, die neue Markenidentität in der Händlerschaft zu etablieren: „Nach der Loslösung vom Ford-Konzern wollen wir die Volvo-Identität schärfen. Wir wollen noch skandinavischer werden, wir wollen noch tiefer in die Premiumwelt eintauchen und wir wollen uns unter anderem durch unsere Unkompliziertheit, die sich auch im klaren Fahrzeugdesign widerspiegelt, von unseren Wettbewerbern differenzieren. Unsere Kunden sollen sich in unserem Handelsbetrieb und in unseren Autos wohlfühlen.“

Die neue Markenstrategie „Designed Around You“ ist klar definiert und in neu verfassten Brand Guidelines festgeschrieben. Laut Bauer geht es jetzt im Vertrieb darum, davon die richtige Händlernetz-Strategie abzuleiten und umzusetzen. Dahinter stecke viel Detailarbeit, die der Manager im engen Kontakt mit dem Handel angehen will. „Es geht uns dabei nicht um neue Fliesen“, betont er, „sondern vor allem darum, wie wir mit den Kunden umgehen.“

Einen Ausblick auf die künftige Volvo-Designsprache und das neue Markenimage gibt die IAA-Studie „Concept You“: außen klare Linien, im Innenraum edle Naturmaterialien wie ein handgeknüpfter Wollteppich und ein Holzfußboden. Dazu gesellen sich modernste Technik und eine intuitive Fahrzeugbedienung.

Bereits serienreif ist hingegen der erste Diesel-Plug-in-Hybrid, der Ende 2012 auf den Markt kommt. Die Marschroute bei alternativen Antrieben ist klar: „Wir setzen konsequent auf Vierzylindermotoren plus Hybridantrieb und für die weitere Zukunft auf Elektrifizierung“, sagt Bauer.

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