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Volvo-Händlerverband stellt kritische Fragen

Autor / Redakteur: Elvira Minack / Joachim von Maltzan

Erst Anfang Juni 2014 hatten sich Importeur und Händlervertreter auf den neuen Händlervertrag geeinigt. Vor der Verbandstagung gab es nun zwei große Streitthemen.

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Heinz Preiß geht in seine vierte Wahlperiode als 1. Vorsitzender des Volvo-Händlerverbands.
Heinz Preiß geht in seine vierte Wahlperiode als 1. Vorsitzender des Volvo-Händlerverbands.
(Foto: Minack)

„Volvo macht glücklich“, heißt es in einem aktuellen Radio-Werbespot. Natürlich soll diese Aussage die Kunden ansprechen. Und die Händler? Sind die auch glücklich? Im Juni dieses Jahres waren sie auf jeden Fall zufrieden. Mit viel Engagement, Durchsetzungswillen, Geduld und hohen Kosten für kluge Anwälte hatte der Verband den neuen Händlervertrag verhandelt. Er ist laut Verbandspräsident Heinz Preiß der „beste Vertrag, den sich Händler wünschen können“.

Sollte die Freude darüber von kurzer Dauer sein? Diese Frage stand zu Beginn der Verbandstagung am vergangenen Samstag in Hamburg. Zwei große Themen sorgten für Diskussionsstoff: die Jahreszielvereinbarung für 2015 sowie ein so genanntes „Accessories-Center“ und der persönliche Service im Aftersales-Bereich.

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Jahreszielvereinbarung - Öffentlichkeit nicht erwünscht

Die Diskussion darüber führten die Händler allerdings hinter verschlossenen Türen. Insgesamt dreimal während des Verbandstages wurden die Journalisten für schließlich mehr als zwei Stunden höflich nach draußen gebeten. Während dieser Zeit wurde im Tagungssaal rege und konträr diskutiert – anfangs nur unter den Händlern, später gemeinsam mit der Geschäftsführung von Volvo Cars Deutschland.

Worum ging es? Die Gespräche zur Jahreszielvereinbarung waren nach fünf ergebnislosen Verhandlungstagen am 7. November 2014 beendet worden. Verständlich, dass das zu Fragen bei den Händlern führte und dass hinter vorgehaltener Hand Vermutungen kursieren.

Im Aftersales plant der Importeur ein sogenanntes „Volvo Accessories Center“. Es soll den Händlern helfen, mehr Zubehör zu verkaufen. Außerdem ist vorgesehen, den „Volvo Personal Service“ einzuführen. Seine Umsetzung wird das gesamte Aftersales-System grundlegend verändern. Der Mitarbeiter, der diesen Service künftig leistet, soll in sich die Fähigkeiten und Fertigkeiten eines Mechatronikers und eines Serviceberaters vereinigen. Außerdem werden diverse Umbauten in Showroom und Werkstatt notwendig. Auch das erhitzte die Gemüter, denn die Händler befürchteten Kosten für Coaching und bauliche Veränderungen.

Strittige Punkte ausdiskutiert

Am Ende der Veranstaltung konnte Preiß jedoch Entwarnung für beide Zündstoffthemen geben. Die Volvo-Verantwortlichen hätten in der internen Diskussion eine Überarbeitung der Jahreszielvereinbarung signalisiert, die für alle Händler tragbar sein könnte. Dennoch sieht Preiß noch Gesprächsbedarf im Zusammenhang mit dem händlerindividuellen Verteilungsschlüssel. Jedoch sei „eine Grundlage“ für die weitere Ausgestaltung der Vereinbarung gelegt. Man sei gar nicht so weit auseinander mit den jeweiligen Vorstellungen.

Etwas konkreter fällt das Diskussionsergebnis beim Thema Aftersales aus. Sowohl das „Volvo Accessories Center“ als auch der „Volvo Personal Service“ werden laut Volvo freiwillig sein. Und nicht nur das: Der Importeur bietet seinen Händler an, ab 2015 mit ihnen Businesspläne zu erstellen. Sie sollen die Frage beantworten, ob sich eine Umstellung auf die neuen Programme für sie lohnt. Der Importeur ist sich sicher, dass es Händler gibt, bei denen eine Steigerung der Ergebnisse erreicht werden kann. Volvo plant, die Händler zu fördern, die die neuen Programme umsetzen. Wie genau das aussehen soll, ist noch nicht bekannt.

Neben diesen strittigen Themen standen bei der Verbandstagung auch wichtige Regularien auf der Tagesordnung. So wählten die Händler den 1. und 2. Vorsitzenden und zwei Beisitzer sowie die Rechnungsprüfer. Heinz Preiß geht dabei in die vierte Amtszeit. Er hatte die Veranstaltung auch genutzt, um die Kollegen zu bitten, neue Mitglieder zu werben. Abgestimmt wurde zudem über eine neue Beitragsordnung. Der Inhalt der „Kriegskasse“ so Preiß, sei seit 2007 um fast 100.000 Euro gesunken. 2014 hätte allein die Rechtsberatung fast die Hälfte der Einnahmen gekostet. Die Erhöhung wurde mit zwei Gegenstimmen angenommen.

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