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Volvo S 60: Sportcoupé bremst für Fußgänger Volvo S 60: Sportcoupé bremst für Fußgänger

Autor / Redakteur: Jan Rosenow/Julia Mauritz / Julia Mauritz

Rund 30.000 Neufahrzeuge will Volvo 2010 hierzulande vermarkten – 2.500 Einheiten soll der neue Volvo S 60 beisteuern, der am 18. September in den Handel rollt.

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Als sportlichsten und dynamischsten Volvo aller Zeiten preist der schwedische Hersteller seinen neuen S 60 an.
Als sportlichsten und dynamischsten Volvo aller Zeiten preist der schwedische Hersteller seinen neuen S 60 an.
( Archiv: Vogel Business Media )

Der erste Volvo S60 markierte die Abkehr der Schweden von ihrem typischen Kantendesign. Sein Nachfolger, den die in chinesischen Besitz übergegangene Traditionsmarke am 18. September auf den Markt zu Preisen ab 27.000 Euro einführt, zeigt endgültig keine klassische Limousinenform mehr.

Seine fließenden Linien folgen vielmehr Vorbildern wie dem VW Passat CC oder dem Mercedes CLS – modischen, viertürigen Coupés also. Mit seinen starken Motoren und hochentwickelten Sicherheits- und Assistenzsystemen will der Schwede den Kampf mit den deutschen und japanischen Premiummarken aufnehmen. Bernhard Bauer, Geschäftsführer von Volvo Car Germany, ist optimisitisch, im ersten vollen Verkaufsjahr 2011 zwischen 3.000 und 4.000 Einheiten des Volvo S 60 zu vermarkten.

Mit dem neuen Modell will Bauer nach eigener Aussage „noch entschlossener ins Premium-Segment vorstoßen“. Bei den Kombis und den Geländewagen habe Volvo bereits eine sehr hohe Glaubwürdigkeit erreicht, bei den Limousinen gebe es noch erhebliches Wachstumspotenzial. „Mit dem neuen S 60, der sehr dynamisch, sportlich und coupéhaft ist, haben wir eine Riesenchance“, ist sich Bauer sicher.

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Besonders viel Wert haben die Entwickler auf die Fahrdynamik gelegt. Neben den optionalen adaptiven Dämpfern arbeitet daran eine ganze Reihe von Assistenzsystemem mit. So besitzt der S60 eine sogenannte Advanced Stability Control, die mit einem Neigungswinkelsensor die Gefahr des Ausbrechens in einem sehr frühen Stadium erkennt. Dadurch kann das ESP früher und mit größerer Präzision eingreifen. Die Advanced Stability Control soll sich besonders bei dynamischer Fahrweise mit erhöhten Fliehkräften bewähren, indem sie das Handling verbessert und schnelle Ausweichmanöver ermöglicht.

Harmonisches Kurvenverhalten

Ein weiteres neues Elektronikfeature ist die Corner Traction Control. Sie basiert auf dem ESP und bremst in Kurven das innere Antriebsrad ab, während das kurvenäußere Rad mehr Antriebskraft erhält. Auf diese Weise lassen sich Kurven enger fahren, und die Tendenz zum Übersteuern wird reduziert.

Doch der Volvo hilft seinem Fahrer nicht nur beim Ausweichen, er sagt ihm auch, wann er ausweichen soll. Ein umfangreiches Sensorpaket mit Radar, Kamera und Laser-Entfernungsmesser erkennt nicht nur stehende Hindernisse und vorausfahrende Autos, sondern nun auch Fußgänger. Das System warnt, wenn ein Fußgänger die Fahrbahn betritt, und leitet automatisch eine Vollbremsung ein, wenn der Fahrer nicht rechtzeitig reagiert.

Die Vollbremsung erfolgt automatisch

„Wir können jetzt ein komplettes System anbieten, das per Erkennung, Warnung und Vollbremsung Kollisionen mit Fußgängern verhindern kann. Es ist das erste Sicherheitssystem dieser Art weltweit“, sagt Thomas Broberg, Senior Safety Advisor bei der Volvo Car Corporation. „Mit dieser Technologie erhöhen wir die Bremskraft unseres automatischen Bremssystems von 50 Prozent auf die volle Kapazität.“

In einer Notsituation erhält der Fahrer zunächst eine akustische Warnung in Verbindung mit einem Blinklicht im Head-up-Display der Windschutzscheibe. Gleichzeitig werden die Bremsen vorgespannt. Falls der Fahrer auf die Warnhinweise nicht reagiert und eine Kollision droht, aktiviert das System augenblicklich die volle Bremskraft.

So kann es, bei Tageslicht, Kollisionen mit Fußgängern bis zu einem Tempo von 35 km/h vollständig verhindern. Bei höheren Geschwindigkeiten geht es darum, die Geschwindigkeit des Fahrzeugs vor dem Zusammenprall so weit wie möglich zu reduzieren und damit die Unfallfolgen zu mindern. Insgesamt kostet das umfangreiche Assistenzpaket, das auch einen Spurhalte-Assistenten und den Totwinkel-Assistenten BLIS beinhaltet, 1.950 Euro.

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