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Volvo Trucks setzt auf Flüssiggas für die Langstrecke

Autor / Redakteur: Stephan Richter / Jakob Schreiner

Volvo Trucks erprobt seit den 1980er Jahren die Effizienz von Flüssigerdgas-Lkw (LNG), jetzt ist der Verkauf gestartet. Der Hersteller traut dieser Brückentechnologie eine respektable Laufzeit zu. Das würde auch die notwendigen Investitionen für das Servicenetz rechtfertigen, sagte Verkaufsleiter Peter Prijak.

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Peter Prijak, Verkaufsleiter Volvo Trucks: „Stehen so gut wie noch nie da.“
Peter Prijak, Verkaufsleiter Volvo Trucks: „Stehen so gut wie noch nie da.“
(Bild: Stephan Richter)

Bis sich die E-Mobilität auch im Fernverkehr durchsetzt, setzt Volvo Trucks bereits heute auf den alternativen Antrieb mit Flüssiggas (LNG). Der Hersteller hat mit dem Volvo FH LNG schon jetzt eine Alternative für den Fernverkehr im Programm. Dennoch möchte die Schweden die Dieseltechnologie weiterentwickeln und verkaufen, bestätigte Peter Prijak, regionaler Verkaufsleiter Volvo Trucks, im Gespräch mit »kfz-betrieb« während der IAA Nutzfahrzeuge 2018.

Der Flüssiggas-Lkw biete mit 460 PS und 1.000 Kilometern Reichweite die gleichen Voraussetzungen wie ein Diesel-Lkw, so Prijak weiter. „Die CO2-Bilanz verbessert sich bei normalem Gas um 20 Prozent und bei Biogas sogar um 100 Prozent gegenüber einem Dieselantrieb.“

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Das größte Problem wäre jedoch das dünne Netz an Gastankstellen in Deutschland. „Für Kunden mit einer Flotte von über 25 Fahrzeugen lohnt sich eine eigene Tankstelle auf dem Firmengelände. Im Gespräch mit unseren Kunden erkennen wir, dass sie zu diesem Schritt bereit wären. Innerhalb von vier Jahren lassen sich bis zu 50.000 Euro sparen – nicht zu vergessen ist die staatliche Förderung bei der Neuanschaffung eines LNG-Lkw und der eventuelle Verzicht auf die Mautgebühren“ ergänzte Prijak.

Zugleich stellte der Hersteller in Hannover zwei weitere serienreife Modelle mit alternativem Antrieb vor. Der Volvo FL Electric und der Volvo FE Electric seien bereits ab 2019 bestellbar und einige Exemplare beispielsweise bei Müllentsorgern in Göteburg und Hamburg bereits im Einsatz. Ebenso wären die Lastwagen für den Verteilverkehr in den Innenstädten geeignet.

Hohe Investitionen für das Servicenetz

Mit der LNG-Technologie steigen jedoch die Investitionen für das Service-Netz von Volvo Trucks. Mehrere zehntausend Euro müssen die Partner für Schulungen, Werkzeuge und Abluftsysteme einplanen. Hinzu käme noch ein Tank, um das Gas im Lkw bei Reparaturen zwischenzulagern, sagte Prijak: „Der LNG-Antrieb ist aktuell der passende Antrieb für Kunden, die ihre Flotte umweltbewusst zusammenstellen möchten. Das Interesse ist da und wir qualifizieren unser Netz seit Mai dieses Jahres.“ Auf den Service an den Elektro-Lkw wären die Werkstätten durch die jahrelange Erfahrung mit den Elektrobussen von Volvo hingegen schon ausreichend spezialisiert.

Der Jahresverlauf sorge für zusätzlichen Rückenwind, betonte Prijak: „Wir sind mit den Verkäufen und den Auftragseingängen in Deutschland sehr zufrieden. Die Volvo-Trucks-Gruppe steht so gut wie noch nie da.“

Autonomes und vernetztes Fahren

Parallel zu den Serienfahrzeugen forsche Volvo Trucks weiterhin an autonom fahrenden und elektrisch angetriebenen Lkw. Vor allem Firmen, deren Wege zwischen festen Logistikzentren stattfinden, würden davon profitieren. Das System sieht vor, dass das Fahrzeug mit einem Cloud-Dienst und einer Leitstelle verbunden ist. Die Mitarbeiter dort können jederzeit den genauen Standort, den Transportablauf, den Wartungsbedarf und den Transportablauf überwachen. In naher Zukunft möchte Volvo Trucks diese Technologie mit einigen Kunden weiterentwickeln.

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