KW Automotive Von der kleinen Tuningschmiede zum Weltunternehmen für Fahrwerke

Von Steffen Dominsky

Es waren die eigene Liebe zum Motorsport und die Suche nach dem perfekten Fahrwerk: Aus einem kleinen Tuninghändler machten Klaus und Jürgen Wolfarth innerhalb von 30 Jahren einen der bekanntesten Fahrwerkhersteller.

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Klaus Wohlfarth eröffnete 1992 mit viel Enthusiasmus und wenig Erfahrung ein kleines Einzelhandelsgeschäft in seinem schwäbischen Heimatort Murrhardt. Im kleinen Unternehmen namens „KW Tuning“ bot er zunächst alleine, später mit seinem Bruder Jürgen erfolgreich Autozubehörteile und Car-Audio-Produkte an. Gerade mal 75 Quadratmeter groß war der erste Laden in einem baufälligen Gebäude.
Klaus Wohlfarth eröffnete 1992 mit viel Enthusiasmus und wenig Erfahrung ein kleines Einzelhandelsgeschäft in seinem schwäbischen Heimatort Murrhardt. Im kleinen Unternehmen namens „KW Tuning“ bot er zunächst alleine, später mit seinem Bruder Jürgen erfolgreich Autozubehörteile und Car-Audio-Produkte an. Gerade mal 75 Quadratmeter groß war der erste Laden in einem baufälligen Gebäude.
(Bild: KW Automotive)

Exakt 30 Jahre ist es her, dass Klaus Wohlfarth aus Murrhardt eine Firma namens KW Tuning gründete. Aus dem kleinen Einzelhändler für sportives Autotuning und Zubehör ist drei Jahrzehnte später ein in seinem Segment weltbekannter Hersteller für Gewindefahrwerke, Motorsportdämpfer und Leichtmetallräder geworden. Herz der KW-Automotive-Gruppe ist der im schwäbischen Fichtenberg ansässige Fahrwerkhersteller KW Automotive, den Klaus Wohlfarth gemeinsam mit seinem Bruder Jürgen zum nach eigenen Angaben Weltmarktführer für individuelle Fahrwerksysteme aufgebaut hat. Während in Fichtenberg 360 Mitarbeiter tätig sind, beschäftigt die inhabergeführte Unternehmensgruppe weltweit 1.200 Mitarbeiter.

Ein Problem eher als eine Herausforderung zu sehen und diese Herausforderung erfolgreich zu meistern, das ist es, was die beiden Unternehmerbrüder jeden Tag antreibt. Mit eigenen Wurzeln im Rennsport und stets den Kundennutzen im Fokus verbesserten die Wohlfarths das Produkt Gewindefahrwerk immer weiter. In den vergangenen Jahrzehnten entwickelten sie mit ihrem Team zahlreiche große und kleine Innovationen wie beispielsweise in der Höhe einstellbare Hinterachsfederteller, in der Dämpfercharakteristik separat einstellbare Ventiltechnologien, die Fertigung von Federbeinen aus Edelstahl, hydraulische Liftsysteme, die Nutzung von Verbundwerkstoffen bei Federtellern, Smartphone-Apps zur Fahrwerksteuerung und vieles mehr.

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Namhafte OEMs als Kunden

Dabei zählen nicht nur Automobilenthusiasten zu den Kunden von KW Automotive. So war beispielsweise Mercedes-Benz der erste Automobilhersteller, der das Unternehmen damit beauftragte, ausgewählte Serienmodelle wie den Mercedes-Benz SLK 55 AMG Black Series mit einem in der Druck- und Zugstufe separat einstellbaren Gewindefahrwerk auszurüsten. „Es blieb aber nicht nur bei AMG“, so Klaus Wohlfarth weiter. „Heute arbeiten wir entweder bei Straßen- oder Motorsportanwendungen und oft sogar in beiden Bereichen für Audi, BMW, Ford, Mercedes, Porsche und weitere Automobilhersteller.“ Dabei fertigt KW Automotive die Fahrwerke nicht nur, sondern unterstützt die Autoindustrie, Kleinserienhersteller und Veredler auch in der Fahrwerkauslegung und -entwicklung.

„Wir bedienen Kunden und haben Geschäftsfreunde, von deren Sportwagen ich mir einst Bilder in mein Zimmer gehängt habe. Aber längst zählen auch neue Hersteller zu unseren Industriekunden wie Rimac Automobili, dessen 1.900 PS starkes Elektro-Hyper-Car Nevera wir ab Werk mit unserer adaptiven Fahrwerktechnologie ausrüsten. Heute gibt es im Motorsport kaum eine Meisterschaft, in der nicht das eine oder andere Produkt einer unserer Marken eingesetzt wird“, weiß Klaus Wohlfarth zu berichten.

Hohe Fertigungstiefe inklusive Software

Auf den eigenen Lorbeeren auszuruhen und sich mit dem Stand der Technik zufriedenzugeben, kam für den 53-jährigen Gründer, Geschäftsführer und Automobilenthusiasten nie infrage. Als einziger Fahrwerkhersteller in seinem Segment entwickelt und fertigt KW Automotive adaptive Gewindefahrwerke samt eigenen Steuergeräten, Sensorik und Software-Regelalgorithmen für eine autonome situationsbedingte Dämpfereinstellung während der Fahrt in Echtzeit. Auch im Bereich künstliche Intelligenz für Fahrwerkregelungen ist das Unternehmen aktiv. Hier arbeitet der Fahrwerkhersteller seit mehreren Jahren eng mit dem Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) zusammen. Gemeinsam mit dem Institut für Digitalisierung und elektrische Antriebe (IDA) der Hochschule Heilbronn (HHN) am Campus Künzelsau entwickelt man aktiv neue Technologien für Automobilindustrie und Aftermarket.

Die KW-Automotive-Gruppe fertigt an ihrem Hauptsitz all ihre Produkte wie etwa die Gewindefahrwerke ihrer Marken KW, ST und ap mit einer Fertigungstiefe von nahezu 95 Prozent. Dadurch und durch das Built-to-Order-Prinzip ist KW in der Lage, rund 400 individuelle Fahrwerke täglich zu produzieren. Während das KW-Lieferprogramm 1995 noch etwa neun Fahrwerkprodukte für vier Fahrzeuganwendungen beinhaltete, sind es 2022 allein am Standort Fichtenberg über 26.000 Fahrwerkprodukte für über 2.400 Fahrzeuganwendungen. Im vergangenen Jahr kam der Leichtmetallräder-Hersteller BBS unter das Dach der KW-Automotive-Gruppe. Ebenso hinzu kamen der auf Offroad- und Rallye-Fahrwerke spezialisierte Hersteller Reiger Suspension und das Stoßdämpfergeschäft von AL-KO, mit dem man schwere Nutzfahrzeuge und den Pkw-Nachrüstmarkt abdeckt.

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