Interview mit Dr. Axel Koblitz „Von Entspannung kann keine Rede sein“

Das Gespräch führte Doris Pfaff

Die Coronakrise und der Halbleitermangel machen dem Kfz-Gewerbe zu schaffen und fordern es auch 2022 heraus. Dr. Axel Koblitz, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), sieht aber auch Lichtblicke.

Axel Koblitz schätzt die Pandemie und die Halbleiterkrise als gleichermaßen gefährlich für den Autohandel ein.
Axel Koblitz schätzt die Pandemie und die Halbleiterkrise als gleichermaßen gefährlich für den Autohandel ein.
(Bild: Promotor)

Redaktion: Die Pandemie hatte auch 2021 fest im Griff. Wie verlief das Jahr für das Kfz-Gewerbe?

Axel Koblitz: Ein langer Lockdown im ersten Halbjahr 2021, jetzt eine hochaggressive Virusvariante und dazu die anhaltende Halbleiterkrise mit ihren gravierenden Auswirkungen auf den Automobilhandel: Das ist nicht gerade das, was man in der Sprache der Meteorologen einen freundlichen Mix aus Sonne und Wolken nennen würde. Tröstlich ist die Erkenntnis, dass man auch mit weniger Umsatz noch ganz passable Ergebnisse erzielen kann. Bei knapper Ware wird eben weniger gefeilscht. Aus verbandspolitischer Sicht gab es durchaus Grund zur Zufriedenheit. Nach innen wurden in großem Einvernehmen die Ziele unserer Verbandsarbeit bis 2030 definiert, nach außen konnten wir einige Erfolge einfahren, die für die Verbandsorganisation und die betriebliche Praxis der Mitgliedsunternehmen von großer Bedeutung sind.

Wo konnte der Verband gut punkten?

Wir konnten vor allem die Akkreditierung unseres Bundesinnungsverbands für die AÜK erreichen und so die Einbindung des Kfz-Gewerbes in die hoheitlichen Tätigkeiten der technischen Fahrzeugüberwachung für die Zukunft sichern. Auch ist es uns gelungen, beim Bundesfinanzministerium für eine steuerliche Neubehandlung von Garantiezusagen, die die Betriebe kurzfristig nicht bewältigen könnten, zumindest einen erheblichen Aufschub durchzusetzen. Drittes Beispiel ist die Abschaffung der unsäglichen Doppelprüfung von AU-Messgeräten, nämlich der Eichung zusätzlich zur Kalibrierung, die die gesamte Verbandsorganisation mit vereinten Kräften erreicht hat. Dass der ZDK daneben stets das Ziel verfolgt, seine Arbeit weiter zu verbessern, ist selbstverständlich.