Von Exot bis Volumenmodell: Die neuen Oldtimer 2019

100 neue potenzielle H-Kennzeichen-Träger

| Autor: spx/gr

Ein Exot, allerdings wohl mit beschränkter Fan-Gemeinde: Das Yugo Cabrio kam 1989 erstmals in Deutschland auf den Markt.
Ein Exot, allerdings wohl mit beschränkter Fan-Gemeinde: Das Yugo Cabrio kam 1989 erstmals in Deutschland auf den Markt. (Bild: YugoCabrio.JPG / Made in Yugoslavia / CC BY 3.0)

Die Liste der potenziellen H-Kennzeichen-Träger wird in diesem Jahr nochmals deutlich länger. Über 100 Modelle oder Modellgenerationen reihen sich ein in die Liste der Autos, die vor 30 Jahren erstmals auf den Markt kamen. Da fällt die Prognose leicht, dass am Ende des Jahres ein neuer Höchststand an H-Kennzeichen-Trägern feststehen wird.

Zum Jahresstart 2018 waren bereits knapp 480.000 H-Kennzeichen registriert, dazu kommen nochmals gut 200.000 Oldtimer, die auf diesen Status verzichten – aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor. Dabei wird die Chance, dass ein Auto drei Jahrzehnte überdauert, immer größer. Schließlich wurde Ende der 80er Jahre verstärkt in die Haltbarkeit investiert. Langzeit-Rostschutz, robuste Technik und die seit 1. Januar 1989 in der Bundesrepublik vorgeschriebene Katalysatortechnik für Benziner ermöglichten auch Volumenmodellen ohne Fangemeinde das Überleben.

Besonders die Fans sportlicher Oldtimer können sich freuen. Vor 30 Jahren sind Hingucker wie die Roadster Mercedes-Benz SL (R129) und Mazda MX-5 oder das Sportcoupé Opel Calibra auf den Markt gekommen. In der Mittelklasse stellte Mercedes-Benz 1989 eine überarbeitete E-Klasse (W124) vor, Citroën seinen XM und Subaru präsentierte den Legacy.

Daneben werden jetzt einige Modelle zu Oldtimern, die nur eingefleischte Automobilisten oder Marken-Fans noch kennen. Einige Beispiele sind etwa der Daihatsu Feroza 4WD, der Daewoo Nexia oder der Hyundai Pony. Gleichzeitig sind teure wie günstige Exoten dabei, etwa das Yugo Cabrio oder der Aston Martin Virage.

Der politische Wind of Change fegte vor 30 Jahren mit Sturmgewalt durch die Autolandschaft. Dort wirbelte er billige Ost-Modelle wie den tschechischen Skoda Favorit (Werbeslogan „Zum Küssen preiswert“), den sowjetischen Aleko alias Moskwitsch 2141 („Die Kraft des Ostens“) und auch den Wartburg 1.3 mit VW-Viertaktmotor in den Westen Deutschlands während er zugleich Opel den Weg frei machte für die Anfang 1990 startende Vectra-Fertigung in Eisenach. VW leistete derweil Pionierarbeit mit der Produktion des Polo im sächsischen Zwickau und Renault installierte für neue Modelle wie den R19 das erste flächendeckende Vertriebsnetz einer Westmarke in der DDR.

Ergänzendes zum Thema
 
Modelle mit neuem Oldtimer-Status

Wer einen Oldtimer besitzt, kann ein „H-Kennzeichen“ für sein Fahrzeug beantragen. Das kann sich steuerlich lohnen und vergünstigte Versicherungstarife bringen. Außerdem gelten bestimmte Ausnahmeregeln, etwa bei der Einfahrt in eine städtische Umweltzone. Allerdings hängt aktuell ein Damoklesschwert über der Szene, denn laut einem Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgerichts sind sogar Fahrverbote für alte Benziner der Klassen Euro 1 (ab 1993) und Euro 2 (ab 1997) zulässig.

Das beste Auto der Welt kam übrigens seit Januar 1989 nicht mehr aus Süddeutschland oder Großbritannien, sondern aus Japan. Jedenfalls waren sowohl Lexus LS 400 als auch Infiniti Q45 unter diesem Anspruch entwickelt worden und in Nordamerika gelangen den eigens gegründeten Nobeldivisionen von Toyota und Nissan mit dem Luxusliner-Duo auf Anhieb Achtungserfolge. Gleiches galt in Europa für das vierblättrige Sportcoupé-Kleeblatt aus Nissan 200 SX Turbo, Toyota Celica Turbo und den Sechszylindern Nissan 300 ZX Turbo sowie Honda NSX.

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