Vor IAA-Entscheidung: Münchner Messechef siegessicher

Autor / Redakteur: dpa / Viktoria Hahn

München, Hamburg oder Berlin? Die Entscheidung über den künftigen Standort der Automesse soll nach bisherigen Planungen am Dienstag fallen. Der Münchner Messechef ist überzeugt, dass der Süden gewinnen wird.

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Laut Messechef Klaus Dittrich stehen die Chancen für einen Zuschlag für die IAA in München bei 80 Prozent.
Laut Messechef Klaus Dittrich stehen die Chancen für einen Zuschlag für die IAA in München bei 80 Prozent.
(Bild: Messe München)

Die Münchner Messe rechnet mit dem Zuschlag für die künftige Internationale Automobilausstellung (IAA). Gegen die beiden letzten Konkurrenten Berlin und Hamburg stünden die Chancen bei 80 Prozent, sagte Messechef Klaus Dittrich am Donnerstagabend. Der Vorstand des Verbands der Automobilindustrie (VDA) wollte die Entscheidung ursprünglich am kommenden Dienstag am Rande des Genfer Autosalons treffen. Ob das Gremium nach der Absage der Autoshow alternativ an einem anderen Ort zusammentritt, wurde bislang nicht bekannt.

In den vergangenen 70 Jahren hatte die IAA in Frankfurt stattgefunden. Zuletzt kamen aber immer weniger Aussteller und Besucher zu der traditionellen Autoschau. Außerdem hatten Klimaaktivisten für Negativschlagzeilen gesorgt. An einem neuen Standort will der Verband die IAA nun zum Impulsgeber und zur „führenden Plattform für die Mobilität der Zukunft“ machen und in die Öffentlichkeit gehen.

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München plant neben einer stark verkleinerten Automesse für Fachbesucher eine eigene Eventplattform im Olympiapark, wo das Publikum autonom fahrende Elektro- und Wasserstoffautos testen und die Vernetzung mit anderen Verkehrsmitteln ausprobieren kann. Dort sollen Kulturveranstaltungen, Diskussionsforen auch mit Kritikern und viele andere Events stattfinden. „Wir wollen auf die Bevölkerung zugehen“, sagte Dittrich.

Nach einer Umfrage von T-Online unterstützten nicht nur Stadt und Landesregierung die IAA ganz klar, sondern auch 63 Prozent der Münchner. In Hamburg seien 55, in Berlin nur 51 Prozent für eine IAA in ihrer Stadt.

Erfahrung mit Großveranstaltungen

Für München sprechen die Sicherheit von Besuchern und Veranstaltern, die Erfahrung mit Großveranstaltungen, der internationale Ruf, der Flughafen, der High-Tech-Standort mit Firmen wie Google, Apple, Microsoft, Amazon, Start-up-Konferenzen wie Bits & Pretzels und natürlich auch die Münchner Autoindustrie mit 130.000 Beschäftigten. BMW will sein Firmenlogo am Vierzylinderhochhaus direkt am Olympiapark während der IAA durch das IAA-Logo ersetzen.

Die Frankfurter IAA war vom VDA allein veranstaltet worden, er hatte die Messehallen angemietet. In München wären der VDA und die Messegesellschaft gemeinsam Veranstalter und würden sich Aufgaben, Ausgaben und Einnahmen teilen. Er rechne mit einem auskömmlichen Gewinn, sagte Dittrich. Die IAA sorge für eine halbe Milliarde Euro Umsatz, fast die Hälfte davon direkt in der Stadt.

Neue Teilnehmer akquirieren

Als Veranstalter von 20 Messen in China könne die Messe München außerdem helfen, neue Teilnehmer zur IAA zu holen. Toyota sei nicht auf der letzten IAA gewesen, aber auf der Münchner Sportartikelmesse Ispo.

Die erste Münchner IAA würde vom 7. bis 12. September 2021 stattfinden, eine Woche vor dem Oktoberfest. Beim Neustart der IAA habe man „nur einen Aufschlag – wenn der misslingt, wird's die IAA nicht mehr geben“, sagte Dittrich. Aber das wäre fatal für die deutsche Autoindustrie mit ihren 800.000 Arbeitsplätzen.

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