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Vorsicht vor Datenschutz-Abofalle

| Redakteur: Christoph Baeuchle

Datenschutzbehörden und ZDK warnen vor einer dubiosen „Datenschutzauskunft-Zentrale“. Das vermeintlich offizielle Schreiben kann für Betriebe, die darauf reagieren, teure Folgen haben.

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(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Der ZDK warnt Autohäuser und Werkstätten vor einer „Datenschutzauskunft-Zentrale“ (DAZ). Diese wendet sich derzeit mit einem Schreiben an Kfz-Betriebe, das in seiner Aufmachung einem behördlichen Schreiben täuschend ähnlich sieht. Inhalt des Schreibens: erhöhte Nachweis- und Dokumentationspflichten durch die Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO).

Die DAZ fordert die Betriebe in ihrem Schreiben auf, betriebliche Daten wie Rechtsform, Betriebsname, Betriebsstätte, Telefon und Telefax, Branche, Mailadresse und Internetadresse zu prüfen und zwecks Bearbeitung und Vervollständigung umgehend zurückzusenden.

Nur versteckt im Kleingedruckten sind die Folgen zu finden: Betriebe schließen damit einen Vertrag über drei Jahre ab. Dieser ist mit jährlichen Kosten von 498 Euro verbunden.

Der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Mecklenburg-Vorpommern weist darauf hin, dass Unternehmer als Verantwortliche zwar nachweisen müssen, ob sie die Vorschriften der DS-GVO einhalten. Hierfür ist ein Vertragsabschluss mit der DAZ aber nicht erforderlich. So sind die dort beworbenen Formulare unter anderem für die Erstellung des Verarbeitungsverzeichnisses kostenlos zum Download unter www.datenschutz-mv.de erhältlich. Behördenchef Heinz Müller: „Für mich riecht die Werbeaktion der 'DAZ' nach einem Betrugsversuch.“ Seien Betriebe unsicher, sollten sie sich mit ihren Fragen an die Landesbehörde wenden.

Der ZDK rät den Betrieben, die Mitarbeiter für das Vorgehen von Anbietern von Adressbüchern oder Gewerberegistern zu sensibilisieren. In der Regel seien alle Angebote kostenpflichtig und binden das Unternehmen bei Unterzeichnung oftmals mehrere Jahre. Jedes Angebot sollte sorgfältig geprüft, Kosten und Nutzen der angebotenen Registrierung sollten genauestens abgewogen werden. Eine Pflicht zur Antwort auf derartige Angebote besteht nicht!

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