Volkswagenkonzern Vorstandschef Diess gibt Kontrolle ab

Autor: Andreas Grimm

Über Jahre hinweg hatte Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess die Macht beim Autobauer in seiner Person zentralisiert. Nun gibt er einem Bericht zufolge wesentliche Posten im Unternehmensverbund auf – um sich auf ein Zukunftsthema zu fokussieren .

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Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess will nicht mehr länger Oberaufseher von Seat und Skoda sein. Er fokussiert sich stärker auf Software-Fragen.
Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess will nicht mehr länger Oberaufseher von Seat und Skoda sein. Er fokussiert sich stärker auf Software-Fragen.
(Bild: Volkswagen)

Volkswagens Konzernboss Herbert Diess gibt laut einem Bericht des „Handelsblatts“ Kontrollfunktionen im Unternehmensverbund ab. Den Angaben zufolge wird der 62-Jährige nicht länger als Aufsichtsratsvorsitzender direkten Einfluss auf die Markentöchter Seat und Skoda mehr haben. Im vergangenen Jahr wurden bei den Töchtern allerdings die Führung neu geordnet: Wayne Griffiths hat das Ruder bei Seat übernommen, Thomas Schäfer bei Skoda.

Laut dem „Handelsblatt“-Bericht will sich Konzernchef Diess künftig stärker um den Aufbau der Digitalkompetenz des Autobauers kümmern. Diesem Thema gilt schon länger sein Augenmerk, da er erwartet, dass die Wertschöpfung im Automobilbau künftig zunehmen über die Software-Kompetenz entsteht. Mit einer schlagkräftigen Software-Einheit will er unter anderem auch Tesla Paroli bieten.

Schmall und Aksel übernehmen

Den Seat-Aufsichtsrat soll künftig Volkswagen-Technikvorstand Thomas Schmall führen. Bei Skoda übernimmt dem Vernehmen nach Murat Aksel das Amt. Er ist im Volkswagen-Vorstand für den Einkauf zuständig und gilt als enger Vertrauter von Diess.

Die längere Leine für die Konzerntöchter stößt ausgerechnet in deren Reihen nicht auf ungeteilte Zustimmung. Einige Manager den Rückzug von Diess kritisch, heißt es im „Handelsblatt“-Bericht. Es besteht die Sorge, dass Seat und Skoda nicht mehr im Fokus des Vorstandschefs stünden. Dagegen spricht allerdings das klare Ziel, dass in den kommenden Jahren die Modellpalette der beiden Hersteller stärker mit der der Kernmarke VW abgestimmt werden soll, um bestehende Überschneidungen zu minimieren.

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Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«