VW-Affäre kratzt am Image des Kfz-Gewerbes

Redakteur: Christoph Baeuchle

Mit der Manipulation der Software hat VW auch der Umwelt geschadet. Das färbt auf das Kfz-Gewerbe ab – zu Unrecht, wie der Obermeister der Kfz-Innung Bonn, Manfred Jansen, klarstellt.

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Neujahresempfang der Kfz-Innung Bonn Rhein-Sieg: (v.li.) Ernst Wittlich (Geschäftsführer), LV-Präsident Frank Mund und Manfred Jansen (Obermeister).
Neujahresempfang der Kfz-Innung Bonn Rhein-Sieg: (v.li.) Ernst Wittlich (Geschäftsführer), LV-Präsident Frank Mund und Manfred Jansen (Obermeister).
(Foto: Baeuchle)

Die Kfz-Innung Bonn Rhein-Sieg wehrt sich gegen das Image der Branche als Umweltsünder. „Die Abgasaffäre von Volkswagen hat dem Kfz-Gewerbe schwer geschadet“, sagte Manfred Jansen beim traditionellen Neujahrsempfang der Innung. Aus Sicht des Obermeisters zu Unrecht, schließlich setzen sich Kfz-Betriebe seit Jahren für die Umwelt ein. „Wir dürfen die Leistung des Kfz-Gewerbes für eine saubere Umwelt nicht vergessen.“

Jansen verwies auf die Nachrüstung mit Dieselpartikelfiltern, auf regelmäßige Abgasuntersuchungen, auf die zur Einfahrt in Umweltzonen notwendigen Plaketten, die Kfz-Meisterbetriebe vergeben. „In der Summe können wir stolz darauf sein, was wir im Umweltbereich geleistet haben – und dies alles mit dem Ziel, eine ausgewogene Balance zwischen Sicherung der Mobilität der Bevölkerung und dem Umweltschutz zu erreichen“, bilanzierte der Obermeister.

Weitere Herausforderungen warten bereits auf das Kfz-Gewerbe. Anfang des Jahres hat mit Stuttgart erstmals eine Großstadt Feinstaub-Alarm ausgelöst. Bekommt Deutschland die Feinstaubprobleme nicht in Griff, droht ein Vertragsverletzungsverfahren auf europäischer Ebene. „Wir vor Ort können unseren Beitrag leisten, indem wir für hocheffiziente Motortechnik und funktionierende Abgassysteme sorgen“, betont Jansen.

Was das Kfz-Gewerbe im Großen und Ganzen angeht, betrifft Autohäuser und Werkstätten im Kleinen. Image und Marke war das Thema von Referent Georg Hensch (1a – Die Medienwerkstatt). „Marke schafft Vertrauen“, stellte Hensch klar. Entsprechend wichtig ist der Markenaufbau für den Kfz-Betriebe.

Dabei müssen Betriebe sorgfältig überlegen, welche Zielgruppe sie ansprechen wollen. „Wenn Sie jeden Kunden brauchen, haben Sie ein Problem“, sagte der Marken-Spezialist. Statt sich auf (die wenigen) Kunden einzulassen, die über den Preis streiten, empfahl Hensch, die große Mehrheit mit Außergewöhnlichem zu Stammkunden zu machen. „Bieten Sie etwas, was andere ihren Kunden nicht bieten.“

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