VW/Audi-Rückruf: Anhängerkupplung

Verriegelungsbolzen kann fehlerhaft sein

| Autor: Niko Ganzer

Audi A6
Audi A6 (Bild: Hersteller)

VW und Audi rufen in Deutschland insgesamt über 15.000 Fahrzeuge mit Anhängevorrichtung zurück, weil die Verriegelung im Schwenkmechanismus fehlerhaft sein könnte. „Eine fehlerhafte Bauteilhärte kann dazu führen, dass der Verriegelungsbolzen der schwenkbaren Anhängevorrichtung bricht“, erklärte ein Audi-Sprecher auf Anfrage. Die Fehlerbeschreibung gilt für den A4, A6 und A7 sowie den Tiguan von VW.

Zwar mache sich ein gebrochener Verriegelungsbolzen in der Regel unmittelbar bemerkbar, da die Anhängervorrichtung beim Ausschwenken nicht korrekt in der Endposition fixiert werden könne, so der Sprecher weiter. In seltenen Fällen sei aber nicht vollständig ausgeschlossen, dass der Bolzen im Betrieb breche und die Kugelstange aus der Arbeitsposition nach unten absacke. In einem solchen Fall droht laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ein Verlust der Verbindung zum angehängten Fahrzeug.

Um dies künftig auszuschließen, prüfen die Vertragswerkstätten die Anhängevorrichtung. Bei Bedarf ersetzen sie das Schwenkmodul samt Verriegelungsmechanismus. „Der erfolgte Tausch dieses Bauteils wird mit einem Label auf dem Querträger der Anhängevorrichtung gekennzeichnet“, ergänzte der VW-Sprecher. Eine Angabe zum Zeitbedarf für die Aktionen mit den Codes „66K3“ (Audi) und „66K4“ (VW) machten die beiden Sprecher nicht.

Keine Meldung zu Seat und Skoda

Die fehlerhafte Verriegelung kann hierzulande bei 4.852 Audi-Modellen aus dem Produktionszeitraum Februar 2018 bis Oktober 2018 verbaut sein. In diesem Zeitraum dürften auch die betroffenen 9.500 Tiguan-Modelle vom Band gelaufen sein. Der VW-Sprecher nannte hierzu keine Details. Ebenso unbeantwortet blieb die Frage nach der weltweit betroffenen Stückzahl. Bislang war die Summe bei vom KBA registrierten Rückrufen laut Behördenzahlen im Schnitt etwa viermal höher als in Deutschland. Das würde in diesem Fall etwa 60.000 Fahrzeuge bedeuten.

Ob noch Fahrzeuge anderer Konzernmarken hinzukommen, ist ebenfalls unklar. Die deutschen Pressestellen von Seat und Skoda ließen eine entsprechende Anfrage bislang unbeantwortet. Bei den Behörden ist zum jetzigen Zeitpunkt keine entsprechende Aktion für die beiden VW-Tochterfabrikate gelistet.

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