VW-Autohaus Morigl geht in die Insolvenz

Redakteur: Gerd Steiler

Wegen massiver Zahlungsproblem hat das Münchner VW-Autohaus Morigel Insolvenzantrag beim Amtsgericht München gestellt. Geschäftsführer Volkmar Görgen sieht den Absturz des GW-Geschäfts in Folge der staatlichen Abwrackprämie als Hauptgrund für die finanzielle Schieflage.

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Das Autohaus Morigl, seit über fünfzig Jahren als VW- und Audi-Vertragspartner feste Institution im Münchner Westen, steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Wegen drohender Zahlungsunfähigkeit stellte die Autohaus Morigl GmbH am 7. Juni Insolvenzantrag beim Amtsgericht München. Dies teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Rolf G. Pohlmann jetzt in München mit.

In seiner Verlautbarung sagte der Münchner Rechtsanwalt zu, den Geschäftsbetrieb des Autohauses „mit dem Ziel einer dauerhaften Sanierung bis auf Weiteres vollumfänglich fortzuführen“. Gemeinsam mit Autohaus-Geschäftsführer Volkmar Görgen nahm der Insolvenzverwalter sofort Kontakt zum Volkswagen-Konzern auf, um die Geschäftsbeziehungen aufrecht zu erhalten.

Sanierung im Blick

Als Gründe für die finanzielle Schieflage sieht Görgen vor allem die Wirtschftskrise der Jahre 2008/2009 sowie den Absturz des Gebrauchtwagengeschäfts in Folge der staatlichen Abwrackprämie. Trotz frühzeitig ergriffener Maßnahmen zur Kostensenkung und langjährig gewachsener Kundenbeziehungen habe die jüngste Wirtschafts- und Automobilkrise „tiefe Furchen im Unternehmen“ hinterlassen. „Unser operatives Geschäft entwickelt sich spätestens seit Beginn dieses Jahres wieder positiv. Die Altlasten aus den vergangenen Jahren und schließlich Probleme mit dem Pachtverhältnis machten jedoch erforderlich, den Insolvenzantrag zu stellen“, so Görgen.

Insbesondere die Kostenbelastungen aus langfristig geschlossenen Verträgen seien nicht mehr tragbar gewesen. „Dieser Fixkostenanteil kann jedoch, im Rahmen eines Insolvenzverfahrens grundsätzlich rasch und effektiv und ohne Qualitätseinbußen gesenkt werden“, erklärt der Insolvenzverwalter. Da der Insolvenzantrag rechtzeitig gestellt wurde, weitestgehend noch keine fälligen Verbindlichkeiten aufgelaufen seien, sei auch ein hinreichender zeitlicher Handlungsspielraum vorhanden.

Einsparpotenziale gebe es vor allem bei den Räumlichkeiten, die angesichts der aktuellen Auftragslage „deutlich überdimensioniert“ seien. Für Pohlmann kommen verschiedene Sanierungsformen in Betracht. Denkbar seien sowohl eine Eigensanierung, wie auch eine übertragende Sanierung an einen Investor. In diesem Zusammenhang erwägt Pohlmann auch die kurzfristige Gründung einer Auffanggesellschaft, um rasch wieder mit einem „insolvenzfreien“ Autohaus am Markt agieren zu können.

Geschäftsbetrieb geht weiter

Der Betrieb des VW-Autohauses mitsamt Audi- und Skoda-Werkstatt geht den Angaben zufolge zunächst „vollumfänglich und mit der vorhandenen Mannschaft“ weiter. Die Gehälter der 56 Mitarbeiter seien durch Überbrückungszahlungen der Bundesagentur für Arbeit (Insolvenzgeld) bis Ende August gesichert. Zugleich stünden die Mitarbeiter trotz der schwierigen Situation weiter voll hinter der Geschäftsführung des Autohauses Morigl.

Ungewiss sei derzeit aber noch, wie sich letztlich der Volkswagen-Konzern zu der Insolvenz des Autohauses stelle. „Nach den Vertragsregularien darf Volkswagen die Verträge kündigen, was auch standardmäßig bei einem Insolvenzantrag zumeist sofort geschieht“, erklärt Pohlmann. „Noch liegen uns aber keine Kündigungen vor und ich bin angesichts der ersten mit den Verantwortlichen geführten Gespräche optimistisch, dass wir an dieser Stelle eine Lösung erzielen werden“, so Pohlmann weiter.

In Bezug auf den weiteren Fahrzeugverkauf stehe eine Einigung mit der Volkswagen-Bank unmittelbar bevor. Zudem hofft der Insolvenzverwalter, dass Volkswagen am wichtigen Standort Germering aus „strategischen Erwägungen“ festhalten wird. Dessen ungeachtet arbeite man derzeit aber auch an einem „Alternativszenario“ für den worst case.

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