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VW: Autonomes Parken geht Anfang des nächsten Jahrzehnts in Serie

| Autor: Andreas Wehner

VW testet am Flughafen Hamburg das autonome Parken, serienreif soll die Technologie dann Anfang des kommenden Jahrzehnts sein. Aber auch andere Unternehmen wollen diesen Bereich besetzen.

In einem Pilotprojekt am Flughafen Hamburg suchen sich Fahrzeuge der Marken VW, Audi und Porsche mithilfe einer Parkhaus-Karte selbständig ihren Weg.
In einem Pilotprojekt am Flughafen Hamburg suchen sich Fahrzeuge der Marken VW, Audi und Porsche mithilfe einer Parkhaus-Karte selbständig ihren Weg.
(Bild: VW)

Bis Autos tatsächlich komplett selbsttätig auf öffentlichen Straßen unterwegs sind, dürfte noch einige Zeit vergehen. Aber auf einem abgesteckten Gelände, das noch dazu technisch entsprechend ausgestattet ist, ist das autonome Fahren vergleichsweise einfach umzusetzen. Diese Voraussetzungen lassen sich in Parkhäusern leicht schaffen. Und so gibt es bereits einige Projekte, dich sich mit dem automatisierten Parken befassen.

Jetzt testet auch Volkswagen das fahrerlose Parken. In einem Pilotprojekt am Flughafen Hamburg suchen sich Fahrzeuge der Marken VW, Audi und Porsche mithilfe einer Parkhaus-Karte selbständig ihren Weg. Orientierung bieten ihnen im Parkhaus installierte Bildmarker. Volkswagen verspricht die Serienreife in naher Zukunft. Schon zu Beginn des kommenden Jahrzehnts will der Autobauer entsprechend ausgestattete Fahrzeuge anbieten.

Nutzer sollen dann über eine App einen Parkplatz buchen können. Am Eingang des Parkhauses geben sie ihr Fahrzeuge ab. Dieses sucht sich dann selbst einen freien Parkplatz, eventuell mit Ladefunktion für E-Autos. Zunächst soll dafür ein abgesperrter Bereich genutzt werden, in dem Menschen keinen Zutritt haben. In einem zweiten Schritt könnte das autonome Parken dann im regulären Parkhausbetrieb stattfinden – also dort, wo auch Autos mit Fahrern und Fußgänger unterwegs sind. Die Fahrzeuge sind dann mit einer aktiven Umfeldüberwachung ausgestattet.

In der Vision von Volkswagen sollen die Autofahrer während der Parkzeit weitere Services nutzen. So könnten Pakete in den Kofferraum des Fahrzeugs geliefert werden, die Reinigung könnte frisch gewaschene Kleidung direkt ins Fahrzeug hängen. Wer sein Fahrzeug abholen möchte, gibt per App Bescheid und kann sein Auto wenig später am Ausgang des Parkhauses in Empfang nehmen. Abgerechnet wird das Ganze auch über die App.

Viele Wettbewerber sind aktiv

Auch Bosch arbeitet am selbsttätigen Parken. Auf dem Campus der RWTH Aachen stattet der Zulieferer jetzt ein Parkhaus mit Sensoren aus. Zudem macht er Elektroautos des Aachener Start-ups E-Go fit für den automatisierten Parkservice. Zunächst sollen zwölf Fahrzeuge mit der entsprechenden Technik versehen werden. Sie gehören zum E-Go-Fuhrpark und stehen Mitarbeitern zur Verfügung.

E-Go will seinen Elektro-Kleinwagen in diesem Jahr zu Preisen ab rund 16.000 Euro auf den Markt bringen. Die Technik zum automatisierten Parken soll für einen „minimalen Aufpreis“ geben. Wie auch bei VW sollen die Autofahrer das Abgeben und Abholen ihres Fahrzeugs über eine App abwickeln.

Für Bosch ist die Kooperation in Aachen bereits das zweite Projekt zum autonomen Parken. Im vergangenen Jahr hat der Zulieferer in Kooperation mit Daimler das automatisierte Parken bereits im Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart umgesetzt. Demnächst soll die Technik im Rahmen einer sogenannten „Experience Tour“ interessierten Besuchern vorgeführt werden. BMW hatte bereits vor längerer Zeit ein ähnliches Projekt vorgestellt.

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Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«