VW bringt Erdgas-Modelle zurück – mit einem dritten CNG-Tank

Autor: Christoph Seyerlein

Nach monatelanger, WLTP-bedingter Pause können VW-Kunden Polo und Golf nun auch wieder mit Erdgas-Antrieb bestellen. An beiden Modellen haben die Wolfsburger spürbare Veränderungen vorgenommen.

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Der VW Polo ist ab sofort auch wieder als Erdgas-Modell bestellbar – ebenso wie der Golf.
Der VW Polo ist ab sofort auch wieder als Erdgas-Modell bestellbar – ebenso wie der Golf.
(Bild: Volkswagen)

Wegen der Umstellung auf den neuen Prüfzyklus WLTP waren die Erdgas-Modelle von VW – der VW Polo TGI und der VW Golf TGI – zuletzt monatelang nicht bestellbar. Das ändert sich nun. Ab sofort können Kunden die Varianten mit dem alternativen Kraftstoff wieder ordern, wie der Autobauer am Freitag mitteilte.

Die Wolfsburger haben beide Modelle während ihrer Pause nicht unbeachtet in der Ecke stehen lassen. Polo TGI und Golf TGI kommen technisch grundlegend überarbeitet zurück. Die größte Änderung: Beide haben künftig einen dritten CNG-Tank an Bord – und können damit im reinen Erdgas-Betrieb eine ganze Ecke weiter fahren als bislang.

Laut VW kommt der Polo WLTP-gemessen im CNG-Betrieb nun bis zu 368 Kilometer weit. Das sind rund 60 Kilometer mehr als zuvor. Insgesamt fasst der Polo TGI nun 91,5 Liter respektive 13,8 Kilogramm Erdgas. Beim Golf liegt das CNG-Volumen künftig bei 115 Litern bzw. 17,3 Kilogramm. Damit bringt er es auf eine reine Erdgas-Reichweite von bis zu 422 Kilometern – rund 80 mehr als bislang. In beiden Modellen ist weiter ein Benzintank als Reserve verbaut, den VW nach eigenen Angaben aber „deutlich verkleinert“ hat.

Der Polo wird von einem 1.0-Dreizylindermotor (66 kW/90 PS) angetrieben und soll nicht mehr als 3,4 Kilogramm CNG auf 100 Kilometern verbrauchen. Im Golf arbeitet ab sofort ein neuer 1.5-Liter-TGI-Vierzylindermotor mit 96 kW/130 PS. Er setzt auf das TGI-Miller-Brennverfahren mit einer hohen Verdichtung von 12,5:1, wovon sich der Hersteller einen hohen Wirkungsgrad verspricht. Der soll etwa 3,5 Kilogramm Erdgas auf 100 Kilometern betragen. Aber auch mit Fahrspaß will Volkswagen Kunden vom Golf TGI überzeugen: Ein Abgasturbolader mit variabler Turbinengeometrie erhöht den Ladedruck und bringt mehr Luft in die Zylinder. Dadurch soll das Auto auch aus niedrigen Drehzahlen heraus kräftig beschleunigen können.

CNG schont die Umwelt – und den Geldbeutel

Zuguterletzt weist VW in seiner Meldung darauf hin, dass die eigenen CNG-Fahrzeuge sowohl Umwelt als auch den Geldbeutel der Käufer schonen könnten. Im Vergleich zu Benzin oder Diesel enthält Erdgas eine deutlich höhere Energiemenge und einen niedrigen Kohlenstoffanteil. Im CNG-Betrieb entstehen so rund 25 Prozent weniger CO2-Emissionen als beim Fahren mit Benzin. Außerdem verbrennt Erdgas emissionsärmer als Benzin oder Diesel. Das Abgas enthält deutlich weniger Kohlenmonoxid und Stickoxide (NOx), der Anteil an Ruß oder Feinstaub ist minimal.

Darüber hinaus könnten Kunden „in vielen Ländern“ von „vergleichsweise niedrigen Kraftstoffkosten“ profitieren. In Deutschland liege der Kostenvorteil aktuell beispielsweise gegenüber einem Diesel bei 20 Prozent, gegenüber einem Benziner sogar bei 40 Prozent. Bleibt zum Schluss noch ein Blick auf die Verkaufspreise: Der Polo TGI startet laut VW-Konfigurator bei 21.100 Euro – und ist damit deutlich teurer als der Benzin-Einstiegspolo für 13.500 Euro. Beim Erdgas-Golf geht es bei 26.475 Euro los, während der günstigste Benziner ab 19.300 Euro zu haben ist.

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 Christoph Seyerlein

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Fachredakteur Next Mobility