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VW-Chef Diess schließt Verkauf einzelner Konzernbereiche nicht aus

| Autor / Redakteur: cs/dpa / Christoph Seyerlein

Bei der Volkswagen-Hauptversammlung am Donnerstag hat der neue Konzernchef Herbert Diess seine Pläne konkretisiert. Er will das Unternehmen agiler und „anständiger“ machen. Einige Aktionäre watschten derweil Aufsichtsratschef Pötsch ab.

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Herbert Diess will Volkswagen agiler machen.
Herbert Diess will Volkswagen agiler machen.
(Bild: VW)

Volkswagens neuer Chef Herbert Diess hat bei der Hauptversammlung des Konzerns am Donnerstag in Berlin genauer als bislang skizziert, was er sich vorgenommen hat. „Volkswagen muss schneller, effizienter und konsequenter werden – in den Entscheidungen und in der Umsetzung. Anders gesagt: Wir müssen den Konzern vom schwerfälligen Tanker zu einem schlagkräftigen Verbund von Schnellbooten machen“, sagte der 59-Jährige.

Dabei helfen soll die Einteilung der einzelnen Konzernmarken in die drei Gruppen „Volumen“ (VW, Skoda, Seat, leichte Nutzfahrzeuge, Mobilitätsdienstleister Moia), „Premium“ (Audi, Porsche Holding Salzburg, Lamborghini, Ducati) und „Super Premium“ (Porsche, Bentley, Bugatti). Diess erklärte, Volkswagen müsse bei Entscheidungen und deren Umsetzung schneller werden. Die Wege seien zu lang, zudem gebe es an vielen Stellen Doppelarbeit.

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Die Gruppeneinteilung schließt allerdings nicht den Verkauf einzelner Unternehmensbereiche aus. Für nicht zum Kerngeschäft zählende Unternehmensteile wie den Motorradbauer Ducati oder den Getriebehersteller Renk würden aktuell „belastbare Zukunftsperspektiven“ erarbeitet, so Diess. Auch eine Ausgliederung sei eine Option. Der Manager wies allerdings auch darauf hin, dass weitere Zukäufe ebenfalls denkbar seien.

Arbeitnehmervertreter hatten einen Verkauf von Renk, an dem die VW-Tochter MAN 76 Prozent der Anteile hält, strikt abgelehnt. Generell will Volkswagen die Sparte der schweren Nutzfahrzeuge – Volkswagen Truck & Bus – weitgehend unabhängig von der Steuerung durch den Konzern aufstellen und „in absehbarer Zeit“ fit für die Börse machen.

Für das laufende Jahr erhofft sich der Konzernchef viel von den rund 80 neuen Modellen, die die verschiedenen Marken einführen. Diess bestätigte die bisherige Prognose: Volkswagen erwartet demnach im operativen Geschäft eine Rendite zwischen 6,5 und 7,5 Prozent.

VW-Modelle könnten WLTP-Zyklus zum Opfer fallen

Allerdings gebe es auf dem Weg dahin auch einige Risiken. Beispielsweise sprach Diess den neuen WLTP-Zyklus an, der ab dem 1. September 2018 zur Bestimmung von Schadstoff- und CO2-Emissionen sowie des Kraftstoffverbrauchs maßgebend wird. Für den Volkswagen-Konzern bedeute die Umstellung aufgrund seiner Modellvielfalt eine enorme Kraftanstrengung. „Unter ungünstigen Umständen können sich temporär Engpässe in unserem Angebotsprogramm ergeben“, erklärte Diess.

Dennoch zeigte sich der Manager insgesamt zuversichtlich für das Jahr 2018. „Wir gehen davon aus, dass 2018 erneut ein gutes Jahr für den Volkswagen-Konzern wird“, sagte Diess. „Unser und mein Ziel: Wir wollen den Volkswagen Konzern bei Ertragsstärke, Innovationskraft und Nachhaltigkeit zu einem der führenden Unternehmen unserer Industrie machen“, so der Konzernchef.

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