VW: Deutscher Markt erholt sich am langsamsten vom WLTP-Debakel

Weltweiter Absatz fällt im November um fünf Prozent

| Autor: Christoph Seyerlein

VW braucht einen guten Dezember, um den Rekordabsatz aus dem Vorjahr erneut zu erreichen.
VW braucht einen guten Dezember, um den Rekordabsatz aus dem Vorjahr erneut zu erreichen. (Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

VW macht bei der WLTP-Zertifizierung seiner Modelle Fortschritte. Zwar ging der weltweite Absatz der Marke im November im Vergleich zum Vorjahresmonat um fünf Prozent auf 564.500 Einheiten zurück. In Europa, wo die Umstellung auf den neuen Prüfzyklus den Wolfsburgern zuletzt die Bilanzen schwer verhagelt hatte, legte VW mit 143.900 Einheiten aber sogar leicht zu (+1,2 %). Am schwersten fällt die Erholung aber ausgerechnet im Heimatmarkt Deutschland: Hier lag VW im November mit 45.600 Auslieferungen 4,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann beteuerte, dass die „WLTP-Talsohle“ durchschritten sei, bis Ende des Jahres will der Hersteller „fast alle Varianten“ wieder anbieten können.

Im Gesamtjahr hat die Kernmarke des Volkswagen-Konzerns nach elf Monaten damit 5.704.200 Neuwagen abgesetzt – ein Plus von 1,2 Prozent gegenüber 2017. Stackmann zeigte sich am Donnerstag zufrieden: „Uns fehlen noch 530.000 Auslieferungen, um das Rekordergebnis des letzten Jahres einzustellen. Nach meiner aktuellen Einschätzung könnten wir das schaffen, vielleicht liegen wir sogar leicht darüber.“

Gut gebrauchen könnte VW dabei auch eine Erholung des chinesischen Marktes. Dort, wo die Wolfsburger mit Abstand am meisten Autos absetzen, brach der Absatz im Vergleich zum November 2017 um 8 Prozent ein. Der Konzern macht dafür vor allem die Handelsstreitigkeiten zwischen China und den USA verantwortlich.

VW will Renditeziel schneller erreichen

Neben den jüngsten Absatzzahlen gab VW am Donnerstag auch bekannt, die operative Rendite schneller steigern zu wollen als bisher kommuniziert. Markenchef Ralf Brandstätter sagte: „Wir müssen unser Transformationstempo erhöhen: effizienter und agiler werden. Wir dürfen nicht nachlassen und müssen uns weiter deutlich verbessern. Das bislang Erreichte genügt noch nicht aus.“

Brandstätter plant beispielsweise eine Steigerung der Produktivität in den Werken von rund 30 Prozent an. Das soll sich vor allem finanziell für den Hersteller auszahlen. „Wir sind zuversichtlich, dass wir unser Ziel einer operativen Rendite von mindestens sechs Prozent bereits im Jahr 2022 erreichen, drei Jahre früher als geplant“, sagte VW-Finanzvorstand Arno Antlitz. Im laufenden Jahr belasten die Wolfsburger vor allem WLTP, die Dieselkrise und politische Einflüsse. Die Rendite wird deshalb voraussichtlich bei unter vier Prozent liegen.

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