VW: Fahrzeugverkauf bleibt Händleraufgabe

Autor / Redakteur: Joachim von Maltzan / Joachim von Maltzan

Der Internetvertrieb von VW-Neuwagen bleibt in der Zuständigkeit der Vertragspartnern. Dies wurde auf der letzten Sitzung des VW-/Audi-Händlerverbands deutlich.

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Der Präsident des VW-/Audi-Händlerverbands informierte über die aktuellen Gespräche mit den Herstellern.
Der Präsident des VW-/Audi-Händlerverbands informierte über die aktuellen Gespräche mit den Herstellern.
(Foto: VBM)

Die Volkswagen-Händler haben hinsichtlich des Online-Vertriebs neue Planungssicherheit. Wie aus Händlerkreisen im Anschluss an die Mitgliederversammlung des Volkswagen- und Audi-Händlerverbands in Mainz zu hören war, hat sich der Hersteller gegen eigene Verkaufsaktivitäten im Internet ausgesprochen und setzt für diesen Geschäftsbereich auf seine Handelspartner. Audi hatte sich bereits im Sommer in ähnlicher Weise zu seinem Händlernetz bekannt.

Den Angaben zufolge informierte Verbandspräsident Michael Lamlé zudem über die aktuellen Zulassungszahlen der Marken sowie über die Einführung des DMS „Cross“ in der Handelsorganisation. Weiterhin arbeite der Hersteller zusammen mit dem Verband daran, eine neue Musterkostenrechnung zu erstellen, die die Profitabilität der einzelnen Abteilungen im Autohaus untersucht und bis auf die einzelnen Sparten wie Groß-/Einzelkunde oder Werkstatt, Karosserie/Lack aufgeschlüsselt wird. Grundsätzlich plane der Hersteller derzeit hinsichtlich seiner Netzpolitik keine wesentlichen Änderungen, hieß es weiter.

Vom Händler- zum Partnerverband

Ein weiteres Thema war die Firmierung des Verbands: Zukünftig werde die Organisation offiziell „Partnerverband“ heißen, da schließlich nicht nur Händler, sondern auch Servicebetriebe Mitglieder sind.

Im Verlauf der Versammlung informierten die Sprecher der einzelnen Arbeitskreise über ihre Arbeit in den letzten Monaten. Den Angaben zufolge laufen derzeit Gespräche mit Volkswagen über die Höhe des Verrechnungssatzes bei Gewährleistungsarbeiten. Besprochen worden seien zudem die neuen Vertriebsrichtlinien von VW. In den Standards enthalten sind nun Passagen zu Sauberkeit und Ordnung sowie zusätzliche Arbeitsplätze für den Expressservice. Servicepartner können im Gegenzug Leistungen abwählen. Diese Arbeiten darf der Servicebetrieb dann allerdings auch nicht mehr durchführen.

Die Standards werden weiter überarbeitet

In der Sitzung wurde den Informationen zufolge betont, dass die zunehmende Spezialisierung der Werkstätten hinsichtlich der E-Mobilität wichtig sei, denn die Betriebe müssten dafür Mitarbeiter zum Hochvolttechniker ausbilden. Außerdem sei wichtig, dass es zukünftig einen Beschwerdemanager in den Partnerbetrieben gebe.

Ein wichtiges Thema für die anwesenden Händler seien die diesjährigen Hagelschäden gewesen, hieß es aus Händlerkreisen. Die Versicherungen hätten eine Schadenquote von 200 Prozent erlitten. Das heißt, ihre Auszahlungen an die betroffenen Händler für erlittene Schäden seien doppelt so hoch wie die Einnahmen aus diesem Bereich gewesen. Das könne die Versicherungswirtschaft auf Dauer nicht akzeptieren.

Versicherungslösung für Hagelschäden gesucht

Derzeit seien Gespräche zwischen Versicherern und dem Verband terminiert, um eine Lösung für dieses Problem zu finden. Denn ansonsten würden die Versicherungsunternehmen die Hagelschäden in besonders betroffenen Gebieten aus dem Versicherungsschutz herausnehmen. Die damit verbundenen Risiken für die betroffenen Händler wolle der Verband über eine so genannte Industrielösung auffangen. Dabei schickt die Versicherung im Schadensfall externe Spezialisten, die die Dellen reparieren. Der Händler habe darüber hinaus keinen Anspruch auf monetäre Entschädigung.

Wachsende Bedeutung von Social Media im Autohandel

Neben den Berichten aus den Arbeitskreisen sollen das Thema Internet und die Digitalisierung des Autogeschäfts eine große Rolle gespielt haben. Externe Referenten informierten beispielsweise über die wachsende Bedeutung der sozialen Netzwerke im Automobilhandel und welche Anforderungen Facebook und Co. an die Betriebe stellten. Auch die Frage, wie ein Händler seine eigene Webseite gestalten sollte, habe im Fokus gestanden. Danach sollten Händler-Webseiten nicht nur sympathisch und ansprechend sein, sondern sich am intuitiven Nutzerverhalten der Kunden orientieren.

Hinweis: In einer früheren Version dieses Artikels konnte der Eindruck entstehen, der Autor habe an der Verbandssitzung teilgenommen. Dies war nicht der Fall.

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