Nach Michael Josts Abgang VW findet neuen Chefstrategen

Autor: Christoph Seyerlein

Michael Jost sattelt künftig auf smarte Boote um. Doch wer übernimmt die Aufgaben des VW-Chefstrategen? Diese Frage haben die Wolfsburger nun geklärt.

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Gernot Döllner und Andreas Walingen beerben bei Volkswagen Michael Jost.
Gernot Döllner und Andreas Walingen beerben bei Volkswagen Michael Jost.
(Bild: Volkswagen)

Vergangene Woche hatte es sich bereits abgezeichnet, nun bestätigte Volkswagen auf offiziell: VW-Chefstratege Michael Jost verlässt den Autobauer. Einen beziehungsweise zwei Nachfolger zum 1. Mai haben die Wolfsburger bereits gefunden: Dann übernehmen Gernot Döllner (Konzern) und Andreas Walingen (Marke VW) Josts bisherige Aufgaben.

Sowohl Döllner als auch Walingen stammen aus den eigenen Reihen. Döllner wechselt von Porsche in die Rolle des Produkt-Chefstrategen des Gesamtkonzerns. Zuletzt war er bei den Zuffenhausenern für die Konzeptentwicklung zuständig. Zu Volkswagen war Döllner 1996 gestoßen. Von 2011 bis 2018 war er Baureihen-Leiter des Panamera.

Andreas Walingen ist derzeit noch Leiter der Produktstrategie des Gesamtkonzerns. Seit 2001 ist er für Volkswagen aktiv und war vor allem bei Porsche in der Beschaffung und Strategieentwicklung tätig.

Michael Jost hatte das Amt als VW-Chefstratege 2015 und ab 2018 das Thema auch für den gesamten Konzern übernommen. Zum Volkswagen-Konzern war er 2010 gestoßen, als er bei Skoda als Chefproduktstratege einstieg. Zuvor hatte Jost unter anderem für BMW gearbeitet, die BMW-Handelsgruppe Jost geführt und eine eigene Beratungsfirma betrieben. Künftig will er sich gemeinsam mit seiner Familie vor allem smarten Booten widmen.

Diess schickt Abschiedsgrüße

Josts Abgang veranlasste Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess zu einer Video-Abschiedsbotschaft. „Bis ins Jahr 2027 hinein wird Michael Jost das Unternehmen Volkswagen in die Produktstrategie mitgeprägt haben. Und ich bin mir sicher, dass wir mit den meisten Dingen richtig liegen“, sagte Diess darin.

Jost gilt als Verfechter von Volkswagens strikter Elektro-Strategie. „Sie haben oft den Karren für mich aus dem Dreck gezogen“, zollte Diess dem scheidenden Manager Respekt. Jost hatte sich trotz mancher Kritik intern klar auf Diess' Seite gestellt. Eine Anekdote ließ sich der Vorstandschef zum Abschied nicht nehmen: Auch er habe Jost einmal aus dem Dreck gezogen, schmunzelte Diess und zeigte Bilder von einer missglückten Erprobungsfahrt des Chefstrategen, bei der Diess selbst schließlich Retter spielte.

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Entwicklungsredakteur