Autohaus Warncke VW-Händler lebt die E-Mobilität

Von Julia Mauritz

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Das Tarmstedter VW-Autohaus gehört zu den Pionieren für alternative Antrieben. Und Warncke hat frühzeitig erkannt, dass es auch auf dem Land wichtig ist, Mobilität ganzheitlich zu denken. Damit zählt der Händler zu den Gewinnerbetrieben des Automotive Business Awards 2022 in der Kategorie Vertrieb.

Das Autohaus Warncke in Tarmstedt bei Bremen ist für seine hohe Kompetenz in Sachen Elektromobilität bekannt.
Das Autohaus Warncke in Tarmstedt bei Bremen ist für seine hohe Kompetenz in Sachen Elektromobilität bekannt.
(Bild: Mauritz – »kfz-betrieb« )

Besucht man das VW-Autohaus Warncke im ländlich geprägten Tarmstedt bei Bremen, erschließt sich dessen Innovationskraft nicht sofort. Lediglich die Schnellladesäule gibt einen ersten Hinweis auf die ausgeprägte Leidenschaft der beiden Geschäftsführer Wolf und Peter Warncke: die Elektromobilität. Diese vermitteln die Brüder erfolgreich an ihre Kunden. 2021 waren stolze 62 Prozent der verkauften Neuwagen Stromer. „Wir möchten in Sachen Mobilität und Antriebswende etwas bewegen“, unterstreicht Wolf Warncke.

Auslöser für diese Begeisterung war in den Neunzigerjahren der Golf III Citystromer. „Ich war damals Student und war enttäuscht, dass wir das Modell nicht in unserem Autohaus verkaufen können“, erinnert er sich.

Während die Autobranche das Thema alternative Antriebe auf Eis legte, ging es Wolf Warncke nicht aus dem Kopf: Als 2009 der VW Touran und der Caddy mit Erdgas auf den Markt kamen, feierte das Familienunternehmen mit beiden Modellen Verkaufserfolge. Im Jahr 2013 brachte dann Volkswagen erst den E-Up und ein Jahr später den E-Golf auf den Markt. Das Autohaus Warncke zögerte anders als ein Großteil der VW-Betriebe nicht und bewarb sich für die Vertriebsrechte der beiden Stromer. Zudem wurde der Tarmstedter Betrieb Servicestützpunkt für die E-Mobilität.

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2015 beteiligte sich Wolf Warncke an einem regionalen Carsharing-Projekt mit einer rein elektrischen Flotte, und 2016 bewarben sich die beiden Geschäftsführer beim SLAM-Konsortium, einem Zusammenschluss verschiedener Unternehmen und Forschungseinrichtungen für den Aufbau einer Ladeinfrastruktur: Sie wollten eine von deutschlandweit 80 öffentlichen 50 kW-Schnellladesäulen auf ihrem Gelände installieren – mit Erfolg, wie sich Peter Warncke gerne erinnert: „Auch wenn unser Betrieb weder an einer Autobahn noch an einer Bundesstraße liegt und wir damit nicht die nötigen Anforderungen erfüllten, haben wir den Zuschlag bekommen.“ Im gesamten Elbe-Weser-Raum habe es zum damaligen Zeitpunkt kein vergleichbares Angebot gegeben.

2017 gewann das Familienunternehmen dann die Ausschreibung für ein Projekt des Landkreises Rotenburg/Wümme namens „Zehn Tage unter Strom“: Der Landkreis verloste an 46 Bürger eine jeweils zehntägige Testfahrt mit einem E-Up und einem E-Golf. Es bewarben sich 1.400 Interessenten. Das bestärkte Wolf und Peter Warncke in ihrer Strategie, die Elektromobilität mit voller Kraft voranzutreiben. Das Autohaus leaste nicht nur die beiden E-Modelle, sondern kümmerte sich auch um die gesamte Abwicklung und beantwortete bei der Fahrzeugübergabe die damals noch zahllosen Fragen der Testfahrer. Das Ergebnis: Viele Fremdfabrikatsfahrer wurden auf das Unternehmen aufmerksam und manch ein Testfahrer schloss im Anschluss einen Leasing- oder Kaufvertrag ab.

Professionelles Social-Media-Marketing

Die intensive und vollumfängliche Beratung ihrer Kunden sehen die beiden Unternehmer auch heute noch als einen zentralen Grund für ihre überdurchschnittlich hohe E-Auto-Quote. Die hohe Stromerkompetenz des Familienbetriebs hat sich mittlerweile weit über Tarmstedt hinaus herumgesprochen. Das liegt auch daran, dass Wolf Warncke sehr professionell Eigenmarketing betreibt – vor allem in den sozialen Medien.

Automotive Business Award 2022: Deutschlands beste Autohäuser
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Da die E-Auto-Quotierung von VW das Neuwagengeschäft des Tarmstedter Betriebs in diesem Jahr mächtig ausbremst, fokussiert es sich aktuell stärker auf Gebrauchtwagen und kauft vor allem junge Werkswagen von VW zu. Zugute kommt Wolf und Peter dabei paradoxerweise eine misslungene öffentliche Ausschreibung einer Kommune aus dem Jahr 2018. 30 E-Golfs hatte das Autohaus dafür damals bestellt. Statt wie geplant in mehreren Chargen wurden sie im Block geliefert und erfolgreich deutschlandweit vermarktet. Dank einer Leasingquote zwischen 70 und 80 Prozent bei den E-Autos können sich Wolf und Peter Warncke jetzt über die Rückläufer freuen.

„Die individuelle Mobilität wird gerade in unserer ländlichen Region noch länger ein Thema sein“, ist Wolf Warncke überzeugt. Gleichwohl beschäftigen sich die Brüder intensiv mit alternativen Mobilitätslösungen. So bietet ihr Betrieb den Servicekunden nicht nur den klassischen Ersatzwagen an, sondern auch einen E-Scooter oder ein E-Cargobike. Und während sich zahlreiche andere Autohäuser darum sorgen, dass die Serviceerträge durch die Elektromobilität massiv schmelzen werden, sieht Wolf Warncke darin eine Chance. „Die Elektroautos werden schon alleine wegen der nötigen Spezialwerkzeuge länger in den Markenwerkstätten bleiben“, ist er sich sicher – und tut alles dafür, dass das tatsächlich der Fall ist.

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