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VW-Händler unterschreiben Agentur-Vertrag

| Autor / Redakteur: Jens Rehberg / Jens Rehberg

Die Volkswagen-Händler haben ausnahmslos die Agenturverträge zur Vermarktung der vollelektrischen ID-Modelle unterschrieben. Letztlich blieb ihnen wahrscheinlich auch nichts anderes übrig.

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Der ID 3 wird das erste Modell sein, dass VW an Privatkunden im Agenturvertrieb vermarktet.
Der ID 3 wird das erste Modell sein, dass VW an Privatkunden im Agenturvertrieb vermarktet.
(Bild: Volkswagen)

Die Volkswagen-Händler haben ausnahmslos die Zusatzverträge in Bezug auf die Vermarktung unter anderem des ID-3 unterschrieben. Damit fällt laut einer aktuellen Pressemitteilung aus Wolfsburg der Startschuss im Händlernetz für das so genannte Agenturmodell bei Privat- und Kleingewerbekunden, das im Großkundenbereich bereits in ähnlicher Form praktiziert wird.

Bei den Modellen der vollelektrischen ID-Familie agieren die Partner nur noch als Vermittler, Vertragspartner der Kunden wird der Hersteller – auch den Endpreis legt Wolfsburg fest. Für ihre Dienstleistungen wie etwa Beratung und Auslieferung erhalten die Partner eine feste Provision, sofern sie der Käufer zuvor als „Wunschhändler“ genannt hat.

Der Hersteller wiederum übernimmt die Finanzierung der Fahrzeuge, die Lagerhaltung und die Ausstellungsfahrzeuge. Volkswagen trägt zudem bei Rücknahme das Restwertrisiko. Vorführwagen sollen die Händler nach Wunsch von VW noch selbst leasen, eine vertragliche Pflicht dazu besteht aber nicht.

Dirk Weddigen von Knapp, Vorsitzender des Volkswagen- und Audi-Partnerverbandes, wird in der Erklärung mit den Worten zitiert: „Das Agenturmodell ist gerade in diesen Zeiten eine signifikante finanzielle Entlastung für die Händler.“ So könnten sie sich auf die persönliche, kompetente Kundenbetreuung konzentrieren. „Ich freue mich, dass unser gemeinsam ausgearbeiteter Vertrag von allen Partnern unterschrieben wurde. Das zeugt von dem großen Vertrauen in das Agenturmodell und den Verband“, so der Verbandschef weiter.

Handel nicht frei von Zweifeln

Unter den Händlern gibt es nichtsdestotrotz Sorgen, der Hersteller könnte das Agenturmodell als Übergang zu einem Direktvertrieb ohne Handelsbeteiligung nutzen. Zudem wird eine weitere größere Netzbereinigung befürchtet. Schon mit der Einführung der neuen Händlerverträge zum 1. April hatte sich Volkswagen von vielen Partnern verabschiedet.

Noch nicht abschließend geklärt sind für einige Marktbeobachter zudem Zweifel, ob das künftige Nebeneinander der Vertriebsansätze bei Volkswagen aus kartellrechtlicher Perspektive als unbedenklich anzusehen ist.

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