VW hybridisiert die achte Golf-Generation

Aggregate-Entwicklung spart Sprit per Mildhybrid

| Autor: sp-x

Kleine Bauteile, erhebliche Wirkung: Die Hybrid-Einheit wird an den Motor angeflanscht, um den Verbrenner in vielen Fahrsituationen zeitweise millisekundenschnell komplett ab- und wieder anzuschalten.
Kleine Bauteile, erhebliche Wirkung: Die Hybrid-Einheit wird an den Motor angeflanscht, um den Verbrenner in vielen Fahrsituationen zeitweise millisekundenschnell komplett ab- und wieder anzuschalten. (Bild: VW)

Volkswagen will mit der achten Generation des VW Golf den Kraftstoffverbrauch erheblich senken. Aus gutem Grund: Es geht um die verschärften Anforderungen an den Klimaschutz, dem sich die Autobauer weltweit gegenübersehen. „Die Optimierung des klassischen Verbrennungsmotors ist der wichtigste Hebel, um die drastisch sinkenden Grenzwerte für den Verbrauch unserer Flotten überall auf der Welt einhalten zu können“, fasste Kurt Blumenröder die drängendste Aufgabe der Autobauer zusammen.

Der Leiter Aggregate von VW präsentierte auf dem Wiener Motorensymposium die künftige Technik-Konzeption für das Brot-und-Butter-Auto der Wolfsburger. Benziner und Diesel sollen auf diese Weise schon bald sowohl erheblich sparsamer als auch leistungsstärker werden.

Den Autobauern drohen Multimillionenstrafen, wenn sie die festgesetzten Grenzwerte nicht schaffen. Diese Zahlungen sind –bei aller Euphorie für und Investition in Elektroautos –nur zu verhindern, wenn die Massenmobilität wirklich effizient wird. Allein den 1,5-Liter-Benziner produziert VW schließlich sechs Millionen Mal im Jahr. Verbraucht das Aggregat weniger, hat VW einen wirksamen Hebel, um die CO2-Ausstöße in Richtung neuer Grenzwerte zu schubsen.

Die Revolution kommt unscheinbar daher: Ein grauer Kasten in Schuhkarton-Größe, ein zweiter noch kleiner – und einen etwas massigeren „Riemen-Startergenerator“, vulgo Lichtmaschine. Das Trio katapultiert die Maschinen in eine neue Welt der Möglichkeiten. Denn im größeren Kasten steckt eine Batterie, die mit 48 Volt viermal so viel Strom generiert wie das übliche 12-Volt-Bordnetz.

Prinzipiell passt die Hybrideinheit wegen der geringen Baumasse von Generator, 48-Volt-Batterie und dem Wandler von 48 Volt auf das 12-Volt-Bordnetz zu allen neuen Aggregaten – ob Benziner, Erdgas oder Diesel.
Prinzipiell passt die Hybrideinheit wegen der geringen Baumasse von Generator, 48-Volt-Batterie und dem Wandler von 48 Volt auf das 12-Volt-Bordnetz zu allen neuen Aggregaten – ob Benziner, Erdgas oder Diesel. (Bild: VW)

Ab dem kommenden Jahr soll das Trio den Golf der achten Generation erheblich effizienter machen. Die sogenannte Hybrid-Einheit wird an den Motor angeflanscht, um den Verbrenner in vielen Fahrsituationen zeitweise millisekundenschnell komplett ab- und wieder anzuschalten. Durch dieses „Segeln“ spart der Mild-Hybrid laut Blumenröder bis zu 0,3 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern. Jeder Bremsvorgang füllt die kleine Batterie immer wieder.

Das Technikkonzept leistet aber noch mehr: Der Generator ist außer für das Licht und als Anlasser auch als kleiner Elektromotor direkt am Verbrenner im Einsatz. Mit der Kraft aus der kostengünstigen Mini-Batterie kann das Zusatz-Aggregat den Motor „boosten“ – beim Anfahren ergibt das ein deutliches Plus an Dynamik und Komfort.

In welchen Golf-Motoren die Technik beim Modellwechsel zur Verfügung steht, will Blumenröder noch nicht verraten. Die besonders preiswerten Einstiegsmotoren werden wohl zunächst ohne die Hybrid-Power ausgeliefert. Hält VW die Verbrauchsgrenzwerte aber nicht ein, kann die Hybridtechnik auf das ganze Verbrenner-Angebot ausgeweitet werden. Prinzipiell passt die Hybrideinheit wegen der geringen Baumasse von Generator, 48-Volt-Batterie und dem Wandler von 48 Volt auf das 12-Volt-Bordnetz, nämlich zu allen neuen Aggregaten – ob Benziner, Erdgas oder Diesel.

Gerade beim Sorgenkind unter den Antrieben wird die Spartechnik bereits gesichert zum Einsatz kommen. In Wien zeigen die Wolfsburger die Zwei-Liter-TDI neuester Generation (136 bis 204 PS) bereits mit dem Hybridsystem. Er wird auch für weitergehende Anforderungen nach der Euro-6d-Norm fit sein. Und weil die 48-Volt-Technik dafür sorgt, dass stets genug Energie zum Zuheizen bereit steht, sind auch keine kreativen Lösungen zur Senkung des Schadstoffausstoßes auf dem Prüfstand mehr vonnöten.

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