VW: „Keine großen finanziellen Einbußen für den Handel durch WLTP“

Freigaben liegen nur für sieben von 14 Baureihen vor

| Autor: Christoph Seyerlein

Auch dazu, dass VW zuletzt große Mengen an Euro-6b-Fahrzeugen mit NEFZ-Zertifizierung zugelassen hatte, bevor diese keine Genehmigung mehr bekommen hätten, äußerte sich Thomas Zahn. Aktuell sei davon „nur noch eine vierstellige Zahl“ nicht abverkauft, noch bis zum 1. September 2019 ist nun ein Verkauf jener Modelle gesetzlich erlaubt.

Der Handel solle sich aber trotz der Umstände in der Kundenansprache vor allem auf Neufahrzeuge fokussieren. WLTP sei in Gesprächen mit Kunden nur ein untergeordnetes Thema. Gleichwohl sollten Händler Käufer darüber aufklären, dass die Kfz-Steuer bei Euro-6d-Fahrzeugen höher ausfallen kann als bei ihren alten Modellen. Allzu große Probleme erwartet Zahn dabei aber nicht, da die Steuer im Schnitt „nur um wenige Euro im Monat“ höher ausfalle.

Keine Sonderaktionen für zwischengelagerte Autos

Dass es überhaupt zu den Schwierigkeiten mit der Umstellung auf WLTP gekommen ist, hat laut Zahn viel mit der Aufarbeitung der Dieselkrise zu tun. Viele der Ingenieure, die mit der Entwicklung der Softwareupdates für betroffene Diesel-Fahrzeuge beschäftigt waren und sind, müssten jetzt noch zusätzlich das Thema neuer Prüfzyklus schultern. „Viele Bereiche arbeiten am Anschlag“, so Zahn.

Ein weiteres Problem für VW war zuletzt die zunehmende Parkplatznot, da der Konzern keine Stellplätze mehr für noch nicht zertifizierte Autos hatte. Unter anderem hatten die Wolfsburger deshalb den künftigen Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg (BER) angemietet und dort tausende Fahrzeuge zwischengelagert. Weltweit sind es sogar 200.000 bis 250.000 Autos auf Halde. Zahn bezeichnete den BER am Donnerstag als „temporäre Drehscheibe“ im Logistikkonzept des Herstellers. Zugleich wies er daraufhin, dass es sich bei den gelagerten Autos zu über 80 Prozent um feste Kundenbestellungen handle. „Sonderaktionen sind für diese Fahrzeuge deshalb nicht notwendig“, so Zahn. Sobald die Autos eine Freigabe erhalten, gehen sie zum Kunden oder in den Handel, sagte der Manager.

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