Suchen

VW: Osterloh will Jobgarantie bis 2028

Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh knüpft den vom Management angekündigten Umbau an Bedingungen. Er will die generelle Jobgarantie bis 2028 verlängert sehen. Laut der derzeitigen Regelungen sind Kündigungen bis 2025 ausgeschlossen.

Firmen zum Thema

Betriebsratschef Bernd Osterloh wird mit harten Bandagen um die Jobs bei Volkswagen kämpfen.
Betriebsratschef Bernd Osterloh wird mit harten Bandagen um die Jobs bei Volkswagen kämpfen.
(Bild: Volkswagen)

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh hat für die Kernmarke VW Pkw zehn Jahre Beschäftigungssicherung bis Ende 2028 gefordert. Dies sei die Bedingung für den digitalen Umbau des Unternehmens, sagte er nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch bei der Betriebsversammlung vor Tausenden von Beschäftigten.

Gelten solle dies für alle deutschen VW-Standorte: „Wir wollen hier gleiche Sicherheit für alle Volkswagen-Beschäftigten.“ Damit würden die bisherigen Regelungen angeglichen – bislang gibt es die Garantie bis Ende 2025 aus dem „Zukunftspakt“ genannten Sparpaket sowie die Beschäftigungssicherung bis Ende 2028 für die Werke Emden und Hannover.

Auch Volkswagen-Chef Herbert Diess sprach am Mittwoch vor den Beschäftigten in Wolfsburg. „Es geht darum, dass wir Volkswagen bestmöglich auf die neue Zeit vorbereiten. Auch Bernd Osterloh sieht die Notwendigkeit der Veränderung. Ich bin oft ungeduldiger als er, weil ich Risiken noch massiver kommen sehe. Und weil ich überzeugt bin, dass wir uns noch deutlich schneller modernisieren müssen“, sagte der Manager.

Volkswagen habe sich für den radikalen Wandel, der der Automobilindustrie bevorstehe, eine gute Ausgangsposition erarbeitet, sagte Diess. Die Bilanz 2018 könne sich sehen lassen, Volkswagen sei wirtschaftlich erfolgreich und habe die finanzielle Schlagkraft, die großen Zukunftsthemen eigenständig zu bewältigen. „Das alles ist das Ergebnis einer großartigen Teamleistung unserer Marken und Regionen, für die ich mich herzlich auch bei Ihnen allen bedanke.“ Dennoch gebe es noch sehr viel zu tun. Er sei sich der Anstrengungen, der Unsicherheit und Ängste in der Belegschaft bewusst.

Allerdings sehe er keine Alternative zur Transformation. „Wir müssen mit unseren Autos deutlich mehr Geld verdienen, um in die Zukunft investieren zu können. Wir müssen schlanker, beweglicher, schneller werden, um beim Tempo der neuen Wettbewerber mitzuhalten. Wir müssen die Potenziale heben, die in diesem großen Konzern und in diesem großen Werk Wolfsburg stecken.“

Elektromobilität und Digitalisierung machen viele Jobs überflüssig

Mit der Elektromobilität ergäben sich allerdings auch große Herausforderungen für die Beschäftigung, da Elektro-Autos mit 30 Prozent weniger Arbeitsaufwand hergestellt werden können. Altersteilzeit sei ein wichtiges Instrument, den Bedarf anzupassen. Diess: „Wir werden gemeinsam mit dem Betriebsrat alles daransetzen, diese Möglichkeiten maximal auszuschöpfen. Das gilt für die Produktion und auch für die Verwaltung.“ Zudem müsse die Marke Volkswagen ihre IT erneuern, investiere dafür in den nächsten Jahren rund 4,6 Milliarden Euro. Auch die Digitalisierung werde Beschäftigung kosten, sagte Diess, betonte aber: „Auch das werden wir sozialverträglich lösen.“

Volkswagen hatte kürzlich angekündigt, dass in den nächsten fünf Jahren zusätzlich 5.000 bis 7.000 Stellen wegfallen sollen. Mit automatisierten Routinearbeiten, Materialeinsparungen und geringerer Modellvielfalt sollten von 2023 an die Kosten weiter sinken und die Gewinnverbesserung um 5,9 Milliarden Euro jährlich steigen. Vorgesehen ist demnach, dass Stellen beim altersbedingten Ausscheiden von Mitarbeitern nicht neu besetzt werden.

Aus Teilnehmerkreisen hieß es zuvor, es sei bei der Betriebsversammlung deutlich voller als normalerweise. Die Halle 11 im Stammwerk habe geschlossen werden müssen, viele Menschen verfolgten das Geschehen von draußen über Bildschirme. Bis zu 20.000 Mitarbeiter wurden erwartet.

(ID:45814630)