VW Passat: Ganz der Alte

Autor / Redakteur: Jens Meiners/SP-X / Gerd Steiler

Die Neuauflage des VW-Klassikers geht mit vier Benzin- und drei Dieselmotoren mit Leistungen zwischen 77 kW/105 PS und 220 kW/300 PS an den Verkaufstart. Die Preise reichen von 24.425 bis deutlich über 50.000 Euro.

Seit 1973 ist der VW Passat einer der absoluten Bestseller in der Mittelklasse. Jetzt stellen die Wolfsburger ein neues Modell vor - das sich allerdings nicht sonderlich weit vom 2005 präsentierten Vorgängermodell unterscheidet. Hatte VW damals einen radikalen Schwenk vom Längs- zum Quermotor vollzogen, so galt das Augenmerk diesmal vor allem der Feinarbeit im Detail.

Dabei ist die neue Modellgeneration (Limousine und Kombi) durchaus als solche erkennbar. Zwar sind die Fensterflächen im Umriss unangetastet geblieben, ansonsten haben sich die Designer aber redlich Mühe gegeben, das ungeliebte Erbe des früheren Chefdesigners Murat Günak auszutreiben. Galten in Wolfsburg noch vor wenigen Jahren verchromte Frontmasken und runde Scheinwerfer als der letzte Schrei, so unterwirft sich nun auch der Passat dem Diktat der strengen Geometrie, das Walter de‘Silva eingeführt hat. Das Ergebnis kann bestenfalls als Kompromiss durchgehen.

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Eine glücklichere Hand hatten die Designer im Interieur, das im Übrigen nur minimal verändert wurde. Augenfälligstes Merkmal ist die zentrale Analoguhr. VW hat zudem die Zahl der Knöpfe um den Schalthebel vergrößert, damit die werte Kundschaft in Zukunft auch alle Extras bestellen kann. Beim bisherigen Modell waren nämlich einige Kombinationen ausgeschlossen, weil kein Platz mehr für die notwendigen Bedienknöpfe war. Der Rest bleibt weitgehend, wie er war - ein Kompliment an die Designer der Vorgängergeneration.

Wie das Vorgängermodell gibt es auch den überarbeiteten Passat mit einer Reihe von Vierzylinder-Turbomotoren, die nunmehr zwischen 77 kW/105 PS und 155 kW/210 PS leisten. Den oberen Abschluss der Modellpalette bildet nach wie vor ein 220 kW/300 PS starker V6, der allerdings nicht mehr auf die Bezeichnung R36 hört. Der überarbeitete Passat, den es von Anfang an auch als Variant gibt, startet zu Preisen ab 24.425 Euro. Die Spitzenversionen dürften indessen die 50.000-Euro-Marke deutlich überschreiten.

Sparsamer geworden

Der von uns gefahrene 1,8-Liter-Turbo-Benziner mit 118 kW/160 PS zeichnet sich durch spontanes Ansprechverhalten und akzeptable Laufkultur aus. Der etwas kernig tönende Direkteinspritzer ist zwar akustisch stets präsent, aber so gut gedämmt, dass er nicht stört. Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe schaltet sauber durch. Die Werksangaben - 0 auf 100 km/h in 8,5 Sekunden, Verbrauch 7,0 l/100 km - erscheinen glaubhaft. Auch bei sehr forcierter Fahrweise werden kaum mehr als 10 Liter/100 km in die Brennräume befördert.

Der Passat ist insgesamt sparsamer geworden, was vor allem auf das Konto vieler kleiner Verbesserungen geht. Dazu gehört die Bremsenergie-Rückgewinnung, je nach Modell auch Stopp-Start-Systeme und rollwiderstandsarme Reifen. Überraschenderweise verbleibt der relativ durstige 3,6-Liter-V6 mit 220 kW/300 PS im Angebot. Er wird überarbeitet und ist ab kommendem Frühjahr Bestandteil des normalen Modellprogramms. Der halbstark wirkende R36 ist Geschichte.

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