VW Rudolph: Eine digitale Händlermarke

Autor: Martin Achter

Das VW-Autohaus Rudolph im Erzgebirge will auch online Kunden mit den Werten überzeugen, für die das Team steht. Das Unternehmen präsentiert sich als digitale Händlermarke und ergatterte beim Internet Sales Award Platz zehn.

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Das VW-Autohaus Michael Rudolph in Oelsnitz im Erzgebirge zieht im Onlinemarketing Nutzen aus der Positionierung als eigenständige Händlermarke und einem ergänzenden Bewertungsmanagement.
Das VW-Autohaus Michael Rudolph in Oelsnitz im Erzgebirge zieht im Onlinemarketing Nutzen aus der Positionierung als eigenständige Händlermarke und einem ergänzenden Bewertungsmanagement.
(Bild: Achter / »kfz-betrieb«)

Das Autohaus Michael Rudolph in Oelsnitz im Erzgebirge will kein VW-Händler sein wie jeder andere. Denn die Konkurrenz in der Region Zwickau nahe dem Produktionsstandort von Volkswagen Sachsen ist groß. Da ist es gerade im Digitalbusiness wichtig, sich von den Wettbewerbern abzuheben. Um dies zu erreichen, überträgt VW Rudolph sein Markenmotto in die Online-Welt. Es lautet: „Wir wollen zufriedene Kunden!“

Behaupten können das viele. Aber das Autohaus Rudolph liefert Online-Nutzern auch tatsächlich Belege, dass für das Unternehmen die Zufriedenheit an erster Stelle steht: In seine Website, die derzeit überarbeitet wird, hat es ein Modul integriert, das den Besuchern sämtliche Händlerbewertungen anzeigt, die Kunden jemals online über das Autohaus abgegeben haben. Das sind immerhin über 1.100 – und der Durchschnitt der Bewertungen liegt knapp unterhalb der Marke von fünf Sternen. Bessere Noten kann man als Händler kaum bekommen. Das schafft Vertrauen.

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Beim Autohaus Rudolph greifen also Markenidentität, das dazugehörige Markenversprechen, die digitale Markenführung und das Online-Bewertungsmanagement ineinander: Das Unternehmen will nicht nur zufriedene Kunden, es sorgt tatsächlich für deren Zufriedenheit und stellt dies unter Beweis. Die Bewertungen stammen aus so unterschiedlichen Quellen wie dem Ebay-Teile- und Zubehörshop des Unternehmens, den großen Online-Fahrzeugbörsen, Google oder Facebook.

„Wir wollen mit dem punkten, was uns auszeichnet – mit den Werten, die wir als Mannschaft leben“, fasst Verkaufsleiter Thomas Rudolph den Ansatz zusammen. Das Unternehmen stehe für Offenheit, Ehrlichkeit und Transparenz. „Das sind Soft Skills, die Kunden aber auch tatsächlich wünschen.“ Und ein Stück weit spiegeln sie die Weltanschauung wider, die die christlich geprägte Inhaberfamilie nach eigenem Bekunden im geschäftlichen Handel transportieren will.

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Da kann es im Einzelfall auch mal dazugehören, einem Kunden von einem Kredit abzuraten, wenn er sich ein Auto nicht leisten kann – auch wenn das vielleicht Geschäft kostet. „Bei uns geht es persönlich zu, der Kunde muss sich bei uns aufgehoben fühlen. Unser Ziel ist nicht nur, ein Auto zu verkaufen. Wir denken bis an das Ende der automobilen Wertschöpfungskette.“

Diesen Ansatz bildet das Autohaus Rudolph auf seiner neuen Website im Responsive Design ab, die derzeit erstellt wird. Auf der Homepage stehen zwei Elemente im Zentrum: Neben der Fahrzeugsuche ist die Online-Terminvereinbarung für die Werkstatt prominent platziert. Der Kunde macht nur wenige Angaben wie etwa zu Wunschtermin und Fahrzeugkennzeichen und schickt seine Anfrage ab. Innerhalb kurzer Zeit erhält er eine E-Mail oder einen Anruf mit einer Terminbestätigung.

„Die Online-Terminvereinbarung wird für uns ein Leadgenerator im Service“, sagt Verkaufsleiter Thomas Rudolph. Ein automatisches Werkstattplanungsprogramm sei derzeit aber nicht mit dem Anfrageformular verknüpft. Auf mittlere Sicht sei dies auch nicht notwendig. „Innerhalb von zwei Tagen kriegen wir praktisch jeden Servicetermin gebacken.“ Die Terminvergabe erfolgt über die Serviceassistenz.

Die Leadbearbeitung im Fahrzeugvertrieb übernehmen die einzelnen Verkaufsberater. Anfragen verteilt der Gebrauchtwagenkoordinator im Team. Ziel ist es, dass Kunden innerhalb von 24 Stunden eine Antwort erhalten. Der Betrieb hat in der Regel 120 Gebrauchtwagen vor Ort verfügbar und um die 30 neue Lagerfahrzeuge. Aufs Jahr gesehen verkauft das Autohaus Rudolph mit seinen rund 50 Mitarbeitern knapp 1.000 Autos, zu drei Vierteln handelt es sich dabei um Gebrauchtwagen.

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Ein weiterer Leadgenerator ist die Facebook-Seite des Unternehmens. Rund 1.600 Fans hat VW Rudolph in dem Online-Netzwerk – eine beachtliche Anzahl für ein Autohaus dieser Größenordnung. Ziel von Verkaufsleiter Thomas Rudolph ist es, wöchentlich mindestens einen Post abzusetzen. Dabei weist das Unternehmen regelmäßig auf einzelne Fahrzeuge oder Fahrzeuggruppen aus seinem Bestand hin und erzielt damit regelmäßig beachtliche Interaktionsquoten, sprich „Likes“.

Künftig will sich das Autohaus Rudolph über den Kanal Facebook noch stärker als bisher mit seinen verschiedenen Abteilungen und seinem Team erlebbar machen. Es geht also darum, auch im Social-Media-Umfeld die Bodenständigkeit des Unternehmens und den Grundsatz der Offenheit des Autohauses im Kundenkontakt als Alleinstellungsmerkmale in den Vordergrund zu stellen.

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 Martin Achter

Martin Achter

Redakteur Management & Handel bei »kfz-betrieb«