VW-Rückrufe: Probleme mit Bremsanlage und Sitzen

Autor / Redakteur: Niko Ganzer / Jakob Schreiner

VW ruft einige in diesem Jahr gebaute Modelle von Passat, Arteon, Tiguan und Golf zu den Vertragspartnern. Dort müssen die Bremsscheiben getauscht werden. Bei knapp 2.000 Passat könnten im Crashfall die Kopfstützen versagen.

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Von einem der Rückrufe sind hierzulande rund 2.000 Passat-Modelle betroffen.
Von einem der Rückrufe sind hierzulande rund 2.000 Passat-Modelle betroffen.
(Bild: Volkswagen)

Zwei Rückrufe für Volkswagen des Modelljahres 2018 hat der Hersteller auf Anfrage bestätigt. In beide ist der Passat involviert. Einmal geht es hierzulande bei 295 Einheiten um die Bremsanlage. Bei diesem Rückruf stehen neben dem Passat auch noch die Baureihen Arteon und Tiguan (jeweils Zweiliter TDI und TSI), sowie den Golf GTI, R und R Variant auf der Liste. Weil die fehlerhaften Fahrzeuge nur zwischen 19. und 23. Januar dieses Jahres das Werk verließen, bleibt die Aktion überschaubar.

Deutlich größer ist der zweite Rückruf: Er betrifft 7.800 im vergangenen Februar und März produzierte Passat. Etwa 1.950 Fahrzeuge davon sind in Deutschland gemeldet. Wie schon im Mai ist die Kopfstütze das Sorgenkind. Durch eine mangelhafte Führungshülse könne die geforderte Kopfstützenauszugskraft nicht sicher erreicht werden. „Im Crashfall könnte dies zu einem Bauteilversagen und zu einer Gefährdung der Insassen führen“, erklärte ein VW-Sprecher. Für den Austausch der Kopfstützenführungshülse im Rahmen der Aktion „72H7“ sind 45 Minuten vorgesehen.

Der kleinere Rückruf „46H4“ sieht einen etwa 1,5 Stunden dauernden Tausch der Bremsscheiben vor. Verantwortlich dafür sei ein Fehler im Gießprozess beim Lieferanten, so der Sprecher. Eine thermomechanische Überbelastung der Bremsscheibe könne im ungünstigen Fall eine Rissbildung am Bauteil zur Folge haben. Dies könne die Bremswirkung reduzieren und den Bremsweg „deutlich verlängern“. Der Warnhinweis des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) spricht außerdem noch von einer Bruchgefahr der Bremsscheiben.

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Freier Journalist