Gläserne Manufaktur VW schickt Handels-Mitarbeiter in die Elektromobilitäts-Schule

Autor: Christoph Seyerlein

VW-Vertriebsvorstand Klaus Zellmer lobt den Handel für seine jüngsten Verkaufsleistungen. Vor allem die Elektro-Zahlen gefallen dem Manager. Doch es bleibt noch Luft nach oben.

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Mehr als 1.000 Handels-Mitarbeiter aus Deutschland will VW noch in diesem Jahr in der Gläsernen Manufaktur in Sachen Elektromobilität qualifizieren.
Mehr als 1.000 Handels-Mitarbeiter aus Deutschland will VW noch in diesem Jahr in der Gläsernen Manufaktur in Sachen Elektromobilität qualifizieren.
(Bild: Volkswagen)

Volkswagen erweitert das Einsatzgebiet der Gläsernen Manufaktur in Dresden. Wie Vertriebsvorstand Klaus Zellmer am Montag bekanntgab, soll der Standort künftig „Deutschlands größte E-Schule“ werden. Bis Jahresende will der Hersteller dort mehr als 1.000 Mitarbeiter aus dem Handel in Sachen Elektromobilität qualifizieren. „Das ist Teil unserer beispiellosen Vertriebsoffensive für den deutschen Markt, für die wir in den nächsten drei Jahren einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag investieren“, erklärte Zellmer.

Das „Boost-Programm für den Handel“ wirke bereits. Im Juni habe VW in Deutschland bei den Pkw-Neuzulassungen einen Marktanteil von knapp 21 Prozent erzielt. Betrachtet man rein die vollwertigen Elektroautos, war im ersten Halbjahr sogar fast jedes vierte neue Modell ein VW. „Eine starke Leistung von Handel und Vertrieb“, lobte Zellmer.

Entscheidend zur Entwicklung der Elektro-Neuzulassungen hatte in den letzten Monaten allerdings der VW E-Up beigetragen. Dabei handelte es sich oft nicht nur um aktuelle Verkäufe, sondern in vielen Fällen um Auslieferungen von Bestellungen teils noch weit aus dem vergangenen Jahr.

Damals hatten die Wolfsburger die Nachfrage nach dem elektrischen Kleinwagen nicht bedienen können. Anfang September folgte dann der Bestellstopp. Die neuen Hoffnungsträger VW ID 3 und ID 4 liegen bei den Zulassungszahlen dagegen seit Monaten hinter dem E-Up.

Noch läuft nicht alles rund

In der jüngeren Vergangenheit hatten sich die Wolfsburger zudem der Kritik ausgesetzt gesehen, sie würden die neuen ID-Modelle gar nicht so recht verkaufen wollen. Die Umweltorganisation Greenpeace wollte das unter anderem mit Ergebnissen aus Mystery-Shopping-Aktionen belegen. Im Handel herrsche nur wenig Elektro-Kompetenz, zudem würde das Agentursystem, in dem VW seine neuen E-Autos vertreibt, Verkäufer nicht motivieren, bemängelte Greenpeace.

Im VW-Handel ist der Agenturvertrieb zwar nicht unumstritten, eine Mehrheit scheint es aber insgesamt zu begrüßen. Schließlich fallen für die Partner dabei einige Risiken wie etwa Unsicherheiten bei den Restwerten weg. Doch es gibt auch aus Händlerkreisen Kritik am Hersteller. Längst nicht jeder VW-Autohausbetreiber ist von der Elektrostrategie des Konzerns vollends überzeugt.

Zudem bemängeln Händler regelmäßig, dass die Kommunikation von Seiten des Herstellers rund um das Agentursystem zu wünschen übrig lasse. Gut möglich, dass Klaus Zellmer und sein Team jenen Aussagen mit der Eröffnung „Deutschlands größter E-Schule“ in Dresden begegnen wollen.

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Entwicklungsredakteur