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VW sieht Aufwärtstrend für den Diesel

| Autor: Christoph Seyerlein

VW konstatiert wieder steigende Auftragseingänge für den Diesel. Auch bei den Neuzulassungen ging es für den Selbstzünder bei den Wolfsburgern zuletzt bergauf – allerdings erst zum Ende des Jahres 2018.

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(Bild: Volkswagen AG)

Seit Ausbruch der Dieselkrise im Herbst 2015 befindet sich der Selbstzünder hierzulande praktisch ununterbrochen auf Talfahrt. Nun könnte es tatsächlich ein wenig Entspannung geben. Das zumindest vermeldete VW am Mittwoch und verwies darauf, dass man bei den Auftragseingängen zuletzt einen Aufwärtstrend beim Diesel festgestellt habe.

Demnach lag der Selbstzünderanteil an den Bestellungen im Gesamtjahr 2018 bei 43 Prozent. Im Jahr zuvor seien es noch 39 Prozent gewesen. Großen Anteil daran haben Privatkunden. Zwar orderte im vergangenen Jahr nur gut jeder Vierte jener Käufer einen Diesel (27 %), das waren aber schon deutlich mehr als noch 2017 (15 %).

Aus Sicht von Volkswagen-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann wird der Diesel „durch seinen hohen Wirkungsgrad und seine Effizienz auch vor dem Hintergrund des Klimawandels für Jahre eine wichtige Technologie bleiben, insbesondere für Personen, die lange Strecken fahren.“ Dass der Selbstzünder in der jüngeren Vergangenheit so stark in Deutschland gelitten habe, sei auch darauf zurückzuführen, dass es hierzulande „eine emotional aufgeheizte Debatte – oft jenseits der Fakten“ gebe, so Stackmann.

Diesel-Neuzulassungen bei VW zogen 2018 spät an

Neben den Auftragseingängen sind die Neuzulassungszahlen eine weitere Einheit, um die Entwicklung des Diesels nachzuverfolgen. Und auch da lässt sich anhand der Daten des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) im Falle von VW eine positive Tendenz erkennen. Die letzten drei Monate des Jahres 2018 waren mit Abstand die stärksten für den Diesel im Gesamtjahr bei den Wolfsburgern. Im November und Dezember lag der Anteil sogar bei mehr als 50 Prozent.

Insgesamt waren 2018 gut 40 Prozent aller erstmals zugelassenen VW-Autos hierzulande ein Diesel-Fahrzeug. Damit waren die Wolfsburger in jener Kategorie deutlich stärker unterwegs als der Gesamtmarkt, für den ein Dieselanteil von 32,3 Prozent zu verzeichnen war. Anders als bei den Auftragseingängen bedeuteten die 40 Prozent im Vergleich zu 2017 aber keinen Aufwärtstrend für VW: Damals waren noch 45,4 Prozent aller VW-Neuzulassungen auf einen Selbstzünder entfallen. Alles in allem wird der Autobauer das aber wohl verschmerzt haben können: Alle Antriebe zusammengezählt kam VW 2018 in Deutschland auf 643.518 Neuzulassungen – 1,5 Prozent mehr als 2017.

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