VW-Streichkonzert: ID Buggy entfällt, Vans auf der Kippe

Autor: Andreas Grimm

Eine veränderte Kundennachfrage, neue E-Modelle sowie Einsparzwänge machen bei Volkswagen eine Neukonzeption des Modellangebots notwendig. Getroffen hat es laut einem Pressebericht den ID Buggy, aber auch Modell-Klassiker stehen auf der Abschussliste.

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ID Buggy: Modell ohne Zukunft.
ID Buggy: Modell ohne Zukunft.
(Bild: Volkswagen)

Den im Jahr 2019 von VW als Konzept vorgestellten ID Buggy wird es nun doch nicht als Serienmodell geben. Wie die Zeitschrift „Auto Motor & Sport“ (Ausgabe 14/2020) berichtet, hat der Wolfsburger Automobilhersteller das Projekt mittlerweile begraben. Außerdem sollen auch gleich mehrere Van-Modelle der Marke keine Nachfolger bekommen.

Ursprünglich war im Fall des rein elektrisch angetriebenen ID Buggy eine Produktion beim Start-up E-Go Mobile in Aachen geplant. Doch nach dessen Insolvenz fehlt nach Aussage eines namentlich nicht genannten VW-Managers den Wolfsburgern nun eine Fertigungsstätte. In Eigenregie wolle VW das Modell nicht bauen, denn „wir können nun mal nur Großserie“. Die Rolle des emotionalen und etwas ausgefallenen Elektro-Produkts soll künftig der E-Bulli – der „ID Buzz“ – übernehmen.

Dem kommt laut dem Bericht im Modellangebot der Wolfsburger noch eine weitere Rolle zu: als Alternative für Kunden, die Platz im Auto wünschen. Denn das Streichkonzert der Produktplaner macht vor Klassikern des VW-Produktportfolios scheinbar nicht halt – auch das Erfolgsmodell Touran soll vor dem Aus stehen. Gleiches gilt wohl für den Sharan im sowieso schrumpfenden klassischen Van-Segment.

Das Problem: Die Zahl der Käufer klassischer Modelle mit viel Innenraum geht allgemein stark zurück. Diese Klientel soll künftig neben dem E-Bulli durch den technisch bereits aufgewerteten Caddy (jetzt ohne Starrachse) und den Mulitvan versorgt werden. Auch das projektierte Elektro-SUV namens T-Rug könnte in die Lücke stoßen – für ihn soll es auch Pläne für einen 7-Sitzer geben.

Eine Entscheidung über den Touran allerdings noch nicht endgültig gefallen, heißt es einschränkend im Bericht der „Auto Motor & Sport“. Entschieden sei dagegen, dass der bald auslaufende Golf Sportsvan keinen Nachfolger mehr bekommen wird. Allerdings könnten die Baureihen in aktueller Form noch einige Jahre weiter im Programm bleiben.

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 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Fachredakteur Management & Handel, Redaktion »kfz-betrieb«