VW streicht noch einmal bis zu 7.000 Stellen

Hersteller verschärft Sparkurs

| Autor: dpa

„Wir müssen noch deutlich mehr tun, um die anstehenden Herausforderungen auch in der Zeit nach 2020 zu bewältigen“, sagte Brandstätter. Mit der Umsatzrendite – also dem, was vom Umsatz als Betriebsgewinn bleibt – ist VW unzufrieden. „Sie genügt nach wie vor nicht unseren Ansprüchen. Vor allem nicht im Vergleich zum Wettbewerb“, sagte Brandstätter. 2022 sollen 6 Prozent vom Umsatz als operativer Gewinn hängen bleiben, 2018 waren es weniger als 4 Prozent.

VW-Konzernchef Diess will vor allem die zuletzt schwächelnden Konzernmarken VW und Audi auf mehr Rendite trimmen. Die Marke Volkswagen etwa will bis 2023 rund 19 Milliarden Euro in Zukunftsthemen stecken – was bei niedrigen Gewinnmargen eng wird.

Im Herbst 2016 hatte VW bei der Marke mit der Arbeitnehmerseite bereits ein großes Sparprogramm verabredet, das bis Ende 2020 läuft. Es sieht den weltweiten Abbau von 30.000 Stellen vor, 23.000 davon in Deutschland. Im Gegenzug sollen 9.000 Arbeitsplätze in Zukunftsbereichen wie der Softwareentwicklung neu entstehen. Bisher hat das Unternehmen in diesem Rahmen netto 6.300 Stellen abgebaut. Das Programm sollte eine Ergebnisverbesserung von 3,7 Milliarden Euro ab 2020 bringen und die Produktivität der Werke deutlich erhöhen.

Ohnehin steht die Marke auch im Tagesgeschäft nicht ohne Herausforderungen da. In diesem Jahr kommt eine weitere Stufe neuer Abgas- und Verbrauchstestverfahren, die im vergangenen Jahr soviel Ärger machten und Geld gekostet haben. Auch bei der Einführung des neuen Golf 8 läuft nicht alles rund. Für den geplanten Produktionsanlauf des Kassenschlagers vor Ende des Jahres sei noch viel zu tun, sagte Brandstätter.

Kein Jobabbau in der technischen Entwicklung

In der technischen Entwicklung will VW nicht an neuen Jobs sparen, sondern eher aufbauen. 2.000 Stellen sollen dort entstehen, wo es um Software und Elektronik geht. Ende des Jahres will VW die Produktion des vollelektrischen ID anlaufen lassen, der der Golf für das Elektrozeitalter werden soll. Auch das Auto soll mit vernetzten Anwendungen glänzen.

Im Falle eines ungeregelten Brexits und möglicher neuer Zölle kündigte VW an, Mehrkosten gegebenenfalls an Kunden weiterzugeben. „Wir müssten dann über höhere Preise sprechen“, sagte Brandstätter. Großbritannien ist der zweitwichtigste Absatzmarkt für VW in Europa. Rund 500.000 Wagen lieferte der Konzern vergangenes Jahr dorthin aus.

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